Nr. 47/2015 vom 19.11.2015

Flucht

Im Buch «Heimat im Kochtopf» erzählen Flüchtlinge aus sechzehn Ländern ihre Geschichte und zeigen mit Rezepten die kulturellen Reichtümer, die sie in die Schweiz mitgebracht haben. Die Autorin Séverine Vitali wird über ihre Arbeit an dem Projekt sprechen, und die Schauspielerin Delia Mayer gibt den Flüchtlingen eine Stimme. Im Anschluss diskutieren unter anderem die Pfarrerin Verena Mühlethaler, Walter Leimgruber (Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen) und SP-Kantonsrat Andrew Katumba über die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen durch Flucht und Migration. Den Abend beschliesst eine Begegnungsplattform, bei der man sich über konkrete Ansätze zur Hilfe informieren kann. Für diesen Anlass bietet das Restaurant Kaufleuten ein Dreigangmenü an, zusammengestellt aus den Rezepten der porträtierten Flüchtlinge. 

Eine weitere Veranstaltung gibt es in Feldbach: Autorin Séverine Vitali stellt das Buch vor und erzählt vom Entstehungsprozess. Es gibt ein Essensbuffet, ebenfalls zusammengestellt nach Rezepten aus dem Buch.

Zürich Kaufleuten, Pelikanplatz, 
Mo, 23. November 2015, 20 Uhr (Türöffnung 19 Uhr). Kosten: 15–80 Franken, Reservation: 
www.kaufleuten.ch/event/fluechtlinge. Der Erlös geht an das Solidaritätsnetz Zürich.

Feldbach Getreidezüchtung Peter Kunz, Seestrasse 6, So, 6. Dezember 2015, 11.30 Uhr. 
Kosten: 25 Franken. Verbindliche Anmeldung 
bis 30. November 2015 erwünscht.

Geld

Im Rahmenprogramm der Ausstellung «Geld. Jenseits von Gut und Böse» spricht die Politologin Regula Stämpfli über die historische Entwicklung des Schweizer Frankens und zeigt dabei auf, wie die Menschen Geld je länger, je mehr nicht bloss besitzen, sondern von ihm besessen werden.

Lenzburg Stapferhaus, Ringstrasse West 19,
 Do, 26. November 2015, 20 Uhr. Ausstellung geöffnet Di–So, 10–17 Uhr, Do, 10–20 Uhr, verlängert bis 25. Juni 2016. Die BesucherInnen bestimmen am Ende an der Kasse selber, wie viel ihnen der Ausstellungsbesuch wert ist.

Guatemala

Angélica Choc ist eine Führungsperson aus der Maya-Kekchí-Gemeinschaft La Unión im Munizip El Estor. Das Bergbauunternehmen CGN beansprucht dort das Land der Kleinbauernfamilien, um Nickel abzubauen. 2009 wurde Angélica Chocs Mann, Adolfo Ich Chamán, von «Sicherheitskräften» des Unternehmens ermordet. Er hatte versucht, eine Konfrontation zwischen ihnen und der lokalen Bevölkerung zu verhindern. Angélica Choc reichte gegen den damaligen kanadischen Mutterkonzern von CGN Klage ein. Im Anschluss an ihren Bericht erzählt Peter Keimer, der kürzlich von einem Menschenrechtseinsatz für Peace Watch Switzerland zurückgekehrt ist, über seine Erfahrungen als Beobachter des Friedensprozesses in Guatemala.

Zürich Hirschengraben 50, Mo, 23. November 2015, 19 Uhr.

Häusliche Gewalt

Die interaktive Wanderausstellung «Willkommen zu Hause» beschäftigt sich mit dem Thema «Gewalt in der Familie» und informiert über deren Ursachen, Risikofaktoren sowie die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Sie gastiert nun in Bern. An der Vernissage gibt es Referate und eine Podiumsdiskussion. Die TeilnehmerInnen: René Eyholzer von der Kantonspolizei Bern, SP-Nationalrätin Yvonne Feri, Judith Hanhart von der Berner Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt, Regula Rytz, Nationalrätin der Grünen, Myriame Zufferey von der Dachorganisation der Frauenhäuser und Eva Büschi vom Institut für Integration und Partizipation FHNW.

Bern Gewerblich-Industrielle Berufsschule, Raum BM019 und Aula, Lorrainestrasse 1. Vernissage: 
Mi, 25. November 2015, 19 Uhr (Ausstellung offen von 17.30–19 Uhr, Führung um 18 Uhr), anschliessend Apéro. Ausstellung bis 4. Dezember 2015.

Kurdistan

Im Juni dieses Jahres wurde in der Türkei gewählt. Die HDP, die sich für die Rechte der KurdInnen einsetzt, errang auf Anhieb achtzig Parlamentssitze. Das Thema Kurdistan ist brennend aktuell – doch viele wissen wenig über die Hintergründe des Konflikts. Hans-Lukas Kieser, Titularprofessor für Geschichte der Neuzeit, wird in seinem Referat «Vom Eyalet Kürdistan zu modernen Kantonen» den Bogen von den aufgesplitterten kurdischen Akteuren bis zur gesamtkurdischen Breitenbewegung des späten 20. Jahrhunderts spannen, und die Politologin Gülistan Gürbey (FU Berlin) legt den Schwerpunkt ihres Beitrags auf die aktuellen Entwicklungen.

Zürich Reformiertes Kirchgemeindehaus 
Aussersihl, Grosser Saal, Stauffacherstrasse 8, 
Do, 26. November 2015, 19 Uhr.

Menschenrechte

Ein breites Bündnis von Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, Parteien und Organisationen der globalisierungskritischen Bewegung hat sich in der Koalition Multiwatch zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Beobachtung und Publikmachen von Menschenrechtsverletzungen bei multinationalen Konzernen mit Schweizer Sitz. Am Zehnjahrjubiläum wird vorläufige Bilanz gezogen. In einer Diskussionsrunde soll ein Blick hinter die Kulissen geworfen werden. Die TeilnehmerInnen: Stephan Suhner (Arbeitsgruppe Schweiz–Kolumbien, Vorstandsmitglied Multiwatch), Chantal Peyer (Brot für alle, Konzernverantwortungsinitiative), Yasmine Motarjemi (ehemals Food-Safety-Managerin bei Nestlé, seit ihrer Entlassung Beraterin im Bereich Menschenrechte und Public Health), Franklin Frederick (Wasseraktivist aus Brasilien) und Esther Enderli, ehemals Arbeitsgruppe Dritte Welt und beteiligt an der Kampagne «Nestlé tötet Babys». Moderation: WOZ-Redaktorin Susan Boos. Zum Abschluss gibts einen Ausblick von Stephan Tschirren und Hans Schäppi, beide Vorstandsmitglieder von Multiwatch.

Bern Haus der Religionen, Europaplatz 1, 
Fr, 20. November 2015, 19 Uhr (Apéro ab 18.30 Uhr), 
Bar und Musik ab 21.45 Uhr.

Palästina/Israel

Die pensionierte Pfarrerin Doris Wili war im Rahmen der ökumenischen Kampagne zur Beendigung der Besetzung von Palästina Anfang Jahr drei Monate in Ostjerusalem. Sie wird von ihren Aufgaben und Erlebnissen als Menschenrechtsbeobachterin berichten.

St. Gallen CaBi, Linsebühlstrasse 47, 
Fr, 20. November 2015, 20.30 Uhr, 
palästinensisches Essen ab 19 Uhr.

Rohstoffe

Die Ausstellung «BodenSchätzeWerte» informiert über Entstehung, Abbau und Nutzung nicht erneuerbarer mineralischer Rohstoffe – und den Umgang damit, wenn ein Produkt nicht mehr gebraucht wird. In der begleitenden Vortragsreihe hält Werner Thut (Sektion Analyse und Politik der Deza) ein Referat über Herausforderungen und Perspektiven für die Schweizer Entwicklungspolitik im Zusammenhang mit der Rohstofffrage.

Zürich ETH-Zentrum, Raum NO C60, Sonneggstrasse 5, Mi, 25. November 2015, 18 Uhr. Einführung in die Ausstellung ab 17 Uhr. 
Weitere Einführungen: jeweils sonntags, 
12–12.30 Uhr. Ausstellung geöffnet Mo–Fr, 
9–17 Uhr, So, 10–16 Uhr, bis 28. Februar 2016. 
www.focusterra.ethz.ch

Syrien

Das Salaam Children’s Center (SCC) in Jordanien ist eine «Traumaschule» für syrische Flüchtlingskinder und deren Familien. Zugunsten des SCC organisiert der Zürcher Verein Syrian refugee crisis eine Schmuckbörse und ein Benefizkonzert. Die preisgekrönte Musikerin Maya Youssef spielt das Saiteninstrument Kanun (ähnlich der Zither), begleitet von Modar Salameh (Perkussion). Für die Sammlung der Schmuckbörse kann man Gold und Silber, Ethnokram und Mode, Kitsch und Klunker vorgängig stiften oder am Samstag erwerben.

Zürich Kulturhaus Helferei, Kirchgasse 13. Schmucksammelstelle im Sekretariat: 
Do/Fr, 14–17 Uhr. Börse: Sa, 21. November 2015, 
10–17 Uhr. Konzert: Mo, 23. November 2015, 
18.30 Uhr.

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