Nr. 51/2015 vom 17.12.2015

Von Karin Hoffsten

Kooperative

Im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft forderte die NZZ: «Abschaffung von Ausfuhrsubventionen für verarbeitende Erzeugnisse (‹Schoggigesetz›).» Dabei schuften Weihnachtsmänner und Osterhasen dort noch Hand in Hand.

Ablehnende

«Siegel legte das Telefonhörer auf, als ihn die NZZ zu den jüngsten Entwicklungen im Weltverband befragen wollte», was offensichtlich auch den Anrufenden verwirrte.

Verneinte

«Die Interessen ausländischer Akteure verkomplizieren den syrischen Konflikt schon lange, und ihre Rolle wird nicht von syrischen Regimeanhängern wie von Oppositionellen als problematisch wahrgenommen», hiess es in derselben Tageszeitung. Das war uns neu. Aber beim gegenseitigen Abschlachten ist ja auch egal, woher die Waffen kommen. Hauptsache, sie kommen.

Bedeutungsvolle

«Die geschmückte Tanne gefällt», titelte das «Bieler Tagblatt», was uns schon für den Weihnachtsbaum auf dem Berner Bahnhofsplatz fürchten liess. War da eine übereifrige Stadtverwaltung am Werk gewesen oder die ReithallenaktivistInnen, denen bekanntermassen nichts heilig ist? Sie können aufatmen: Der ungefällte Baum gefällt zum Glück.

Bildhafte

Das Jahr geht zu Ende, und wir werfen einen Blick auf Metaphern, die ins Auge stachen. So kommentierte die österreichische Zeitung «Der Standard» den rechten Wahlsieg in Argentinien im Internet mit: «Das Pendel schlägt um», was aber «kein Beinbruch» sei. Im «Tages-Anzeiger» sagte Markus Gilli, Chefredaktor diverser privater TV-Sender: «Der Stromausfall war ein roter Teppich für die SRG.» Und in einem Bericht über weltweit unterschiedliche Lebenshaltungskosten hiess es in der gleichen Zeitung: «Für ein Kilogramm Fleisch müssen Zürcher zehnmal häufiger ins Portemonnaie greifen als in Kiew.» Auch wenn zurzeit grade «jeder Rappen zählt», warnte WOZ-Leser H. eindringlich vor einem Stau an der Ladenkasse.

Knallharte

Auch die Berichterstattung über das Verbot von Kissenschlachten an einer US-Militärakademie im «Tages-Anzeiger» hat uns angesprochen: «Vermutungen, dass harte Gegenstände in die Kissen gestopft wurden, hätten sich nicht erhärtet, sagte der Leiter der Akademie (…). Das Spektakel zum Abschluss der äusserst harten Anfangswochen soll die Kameradschaft unter den Neulingen stärken.» Nur ganz am Ende hätten wir uns noch ein beherztes «erhärten» gewünscht.

Verwirrende

Mit der deutschen Höflichkeitsform gibts zumindest schriftlich hin und wieder Probleme. So sprach laut NZZ eine «Tatort»-Kommissarin ihren Kollegen folgendermassen an: «Ich arbeite nicht gerne mit ihnen, aber ihre Alleingänge mag ich noch weniger», meinte aber zweifelsfrei nicht die übrige Belegschaft. Und im «Tagblatt der Stadt Zürich» monierte Massimo Rocchi: «Abschaffen würde ich Ampeln. In Zürich bleiben Sie nur 3 Minuten grün.» Worauf der Angesprochene sacht errötete.

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