Nr. 10/2016 vom 10.03.2016

Halbwertszeit

«Ich will zurück nach Fukushima, doch ich weiss, es ist nur ein Traum», ruft die ältere Dame während eines Protests. «Tell the Prime Minister» von Eiji Oguma zeigt die japanische Anti-Atomenergie-Bewegung, die sich nach dem Nuklearunfall in Fukushima gebildet hatte und über die in den Medien kaum berichtet wurde. Der Film ist nun am Halbwertszeit-Filmfestival in mehreren Städten zu sehen. Dabei ist auch die Journalistin und Aktivistin Yayoi Hitomi, die über die aktuelle Situation in Fukushima berichtet. Ausserdem gibt es in mehreren Städten weitere Filme sowie Diskussionen zum Thema.

Halbwertszeit Filmfestival in: Brugg Kino Odeon, Mi, 9. März 2016; Zürich Rote Fabrik, Do/Fr, 10./11. März 2016; Basel Neues Kino, So, 13. März 2016; Bern Lichtspiel, Mo, 14. März 2016. www.halbwertszeit-festival.ch

Silvia Süess

Opfer, Täter und ein Trick

Zwei Nazijäger, ein dunkles Familiengeheimnis oder ein Roman über Zauberer und Magie. Das sind drei Programmpunkte am «Tag des jüdischen Buches», der am 13. März zum dritten Mal in Zürich stattfindet. An der Sonderveranstaltung am Sonntagabend erzählen Beate und Serge Klarsfeld aus ihrem Leben. Am Anfang ihres jahrzehntelangen Einsatzes gegen Schlächter und Schreibtischtäter des Naziregimes stand eine Ohrfeige, die Beate Klarsfeld 1968 an den deutschen Bundeskanzler und Altnazi Kurt Georg Kiesinger austeilte. Für das öffentliche Gespräch mit den Klarsfelds sollte man vorab in der Buchhandlung am Hottingerplatz Karten kaufen (www.buchah.ch). Die Veranstaltungen tagsüber sind gratis, etwa die Lesung des Journalisten Sacha Batthyany aus seiner Familiengeschichte «Und was hat das mit mir zu tun?» oder Emanuel Bergmanns Vorstellung seines ersten Romans, «Der Trick», der einen Bogen von 1934 in Prag bis 2007 in Los Angeles spannt.

«Tag des jüdischen Buches» in: Zürich Helferei, Kirchgasse 13, So, 13. März 2016, ab 11 Uhr. www.vjkw.ch

Daniela Janser

Krieg und Frieden

«How Artists Approach War» ist der Titel eines Festivals am Theater Neumarkt: KünstlerInnen wie Jurczok 1001 oder Katja Brunner geben ein Statement zu Krieg und Frieden ab, in der Performance «Run, Europe, Run» trifft «The Smartest Guy on Facebook», Aboud Saeed, auf den Regisseur Pedro Martins Beja – und suchen nach dem richtigen Verhältnis zwischen Tomate, Käufer und Verkäufer. In «Das Camp» setzen LaientänzerInnen mit Graham Smith Phänomene zu Krieg und Frieden tänzerisch um. Filme zum Thema werden projiziert, das Zentrum für Politische Schönheit schiebt Roger Köppel ab, mit dem Theatermacher Milo Rau wird ein Skype-Gespräch geführt.

«How Artists Approach War» in: Zürich Theater Neumarkt, Sa, 12., bis Sa, 19. März 2016. www.theaterneumarkt.ch

Silvia Süess

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