Nr. 39/2016 vom 29.09.2016

Aus der Forschung

Von Karin Hoffsten

Zum Glück berichtet auch die Gratispresse regelmässig über Neues aus der Wissenschaft, wovon gerade Kinder und Jugendliche, deren Hirne noch im Wachsen sind, profitieren. Beim «Blick am Abend» sind das immer «Good News», wie zum Beispiel diese: «Mamis machen Kinder schlau» – nicht etwa, weil sie häufiger bei den Aufgaben helfen, sondern weil die Intelligenzgene auf dem X-Chromosom sitzen – «und Mama hat eben zwei davon». «Wow!», dachte ich, sah aber vorsichtshalber auch noch auf Google nach, wo sich rausstellte, dass das alter Hafenkäse ist, über den bereits seit zwanzig Jahren berichtet wird. Und zwar weit differenzierter.

Vor zwei Tagen dann berichtete der «Blick am Abend» über das Bärtierchen: «Dieses Tier kann unsere Zellen retten», weil das nur einen Millimeter grosse, im Wasser lebende Wesen ein Protein besitzt, das die menschliche DNA schützen und «unser Altern aufhalten» soll. Jetzt gehen dann alle mit dem Haarsieb im See fischen, um sich aus Bärtierchen die Suppe des ewigen Lebens zu kochen.

Und dann war da noch die Botschaft «Achterbahnen helfen der Niere», denn «offensichtlich verhindert das Rütteln der Achterbahn, dass sich die Nierensteine vergrössern». Unter dem Namen Kidneytainment arbeiten der Europa-Park Rust und die Hirslanden-Gruppe bereits mit Hochdruck an einem Joint Venture.

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