Nr. 48/2016 vom 01.12.2016

Alles Walzer, alles brennt

Geprägt von den Antiglobalisierungsdemos sowie dem Widerstand gegen die schwarz-blaue Regierung in Österreich, veröffentlichte Eva Jantschitsch aka Gustav vor mehr als zehn Jahren ihr Debüt «Rettet die Wale». Es setzte Massstäbe, wie Pop und Protest zusammenfinden: Vertrackte Beats mischen sich mit hymnischen Chören, kalte Wut verbindet sich mit globaler Solidarität, und immer wird alles feministisch ums Eck gedacht. «Verlass die Stadt» hiess der nicht weniger gelungene Nachfolger. Gustav selbst verliess darauf die Popwelt, oder genauer, sie verzichtete auf den Zwang zur Albumveröffentlichung. Fortan produzierte sie Musik fürs Theater und für Filme.

Heuer ist Gustavs Sound in «Alles Walzer, alles brennt» am Wiener Volkstheater zu hören. Die musikalisch-theatralische Revue von Regisseurin Christine Eder begibt sich auf eine Zeitreise in das Wien der Zwischenkriegszeit. Die damals fünftgrösste Stadt der Welt befindet sich in einem Taumel zwischen Weltwirtschaftskrise und Fortschrittsglaube, Alpenglühen und Rotem Wien, Marschmusik, Jazz und Wienerlied.

«Alles Walzer, alles brennt» in: Wien Volkstheater, So, 4., Mi, 7., Sa, 17., Do, 22., und Fr, 30. Dezember 2016. www.volkstheater.at

Kaspar Surber

Sex in Wien

«Vor dem Sex», «Beim Sex», «Nach dem Sex» – in diese drei Bereiche ist die Ausstellung «Sex in Wien. Lust. Kontrolle. Ungehorsam» im Wien Museum aufgeteilt. Im ersten Teil geht es ums Anbandeln: Ausgestellt sind über hundert Jahre alte Heiratsvermittlungsannoncen sowie Sexanzeigen. Im zweiten sehen wir alte Verhütungsmittel und Stadtpläne von Wien mit Orten, wo der Akt vollzogen wurde. Im letzten Teil der Ausstellung geht es kurz um Kinder, um Abtreibung, aber auch um die Zigarette danach.

«Sex in Wien. Lust. Kontrolle. Ungehorsam» in: Wien Wien Museum, bis 22. Januar 2017. www.wienmuseum.at

Silvia Süess

Jüdische Geschichte

Hohenems war seit dem 17. Jahrhundert das Zentrum jüdischer Ansiedlung in Westösterreich. Hier konnten Juden und Jüdinnen – anders als in vielen Regionen im restlichen Habsburgischen Reich – unbehelligt wohnen und arbeiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbannte die offizielle Politik in Hohenems lange die Orte und Traditionen des jüdischen Lebens aus der lokalen Geschichtsschreibung.

In seiner aktuellen Ausstellung «Übrig» gibt das vor 25 Jahren gegründete Jüdische Museum Hohenems nun Einblick in die eigenen Bestände und somit in die Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Vorarlberg, dem umliegenden Bodenseeraum sowie Tirol. 

«Übrig» in: Hohenems Jüdisches Museum. Bis 19. Februar 2017. www.jm-hohenems.at

Silvia Süess

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