Nr. 51+52/2016 vom 22.12.2016

Menschen und andere Tiere

Von Karin Hoffsten

In den letzten Tagen gabs rundum noch mehr Mord und Totschlag als im bisherigen Jahresdurchschnitt – und das ausgerechnet zu Weihnachten! Wobei ich persönlich das Abschlachten von Mensch und Tier ja eigentlich zu jeder Jahreszeit unschön finde. Spätestens am Montag muss es einigen SRF-RedaktorInnen ein bisschen zu viel geworden sein, denn in der abendlichen «Tagesschau» hiess es nach dem Mord am russischen Botschafter in Ankara militärisch knapp, dass «der Angreifer neutralisiert worden» sei.

Massenhaft neutralisiert werden bekanntlich auch Pelztiere, die dann als Kragen- und Kapuzenbesatz an den Jacken neutraler SchweizerInnen enden. Drum hier die frohe Botschaft zum Christfest: Den Zürcher Club Hiltl dürfen BesucherInnen nur noch «fur-free» oder mit Kunstpelz betreten. Das Verbot gilt zwar schon seit zwei Jahren, erregt aber merkwürdigerweise erst jetzt Gemüter und Gratispresse.

Ich persönlich finde es ja eine Frage des Geschmacks: Auch mit schuldlosem Fakepelz fand ich noch selten eine Mode dermassen bescheuert wie diese sackartigen Monsterkapuzen, zumal in unseren Breiten.

Jene, die das Pelzverbot sektiererisch finden, weil Clubbesitzer Rolf Hiltl bekennender Christ ist, kann ich zudem beruhigen: In Hiltls vegetarischem Restaurant ist der Fuchs am Hals weiterhin geduldet, selbst wenn er noch seine Knopfäuglein hat.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch