Nr. 24/2017 vom 15.06.2017

Von Jürg Fischer und Karin Hoffsten

Geschäftssüchtige

Die «NZZ am Sonntag» wusste von einem kürzlich stattfindenden Rotarier-Treffen im Zürcher Kongresshaus zu berichten: «Zwischen Zander und Kalbsrücken fand viel Networking statt.» Igitt, sagen wir da, Lebensmittelkontrolle, übernehmen Sie!
Jürg Fischer

Abgefahrene

«D. V. (46) gibt mit seinem Töffli Fersengeld. Dies, nachdem er keine Stellung nehmen wollte und den BLICK-Reporter bedroht hatte», schrieb ein «Blick»-Reporter, der dem Vernehmen nach wohlauf ist. Nur die Metaphern sind noch ein bisschen in Schieflage.
Jürg Fischer

Koexistierende

«Als studierter Volkswirt führt Pedrina heute zusammen mit seiner Freu ein eigenes Architektur- und Planungsbüro in Airolo TI», stand in «Echo», dem Magazin des Vereins «Zum Schutz des Alpengebiets vor dem Transitverkehr». Freu ist wohl eine weitere Gendervariante, die wir noch nicht mitgeschnitten haben. Noch ist es nicht so weit, dass es heisst: Freu herrscht.
Jürg Fischer

Diskalkulierte

Niemals würden wir hier über menschliche Gebrechen spotten. Doch gab uns zu denken, dass SVP-Nationalrat und Verleger K. kürzlich im hauseigenen TV mündlich und schriftlich ausführte, seit 2007 seien 800 000 Personen in die Schweiz eingewandert, und rief: «Das ist fast dreimal die Bevölkerung der Stadt Zürich!» Die Zürcher Wohnbevölkerung umfasst derzeit 410 404 Personen. Wir raten Herrn K. dringend davon ab, seinen drei Kindern jemals beim Rechnen zu helfen.
Karin Hoffsten

Geschwächte

Der «Infosperber» sieht und hört viel, und manchmal muss er übersetzen, was er sieht – zum Beispiel: «Die Siedler lügten und die Politiker lügten, die Armee und die Zivilverwaltung in den besetzten Territorien lügten (…).» Das behog uns nicht, doch kaum hatten wir uns vom Schrecken erholt, fug das «Tagblatt der Stadt Zürich» hinzu: «Auch meine Hunde hatten leider oft das Gefühl, es mir gleichtun zu müssen, indem sie die Erde umgrabten.» Doch wie Sie sehen, geben wir den Kampf um starke Stammformen nicht auf.
Karin Hoffsten

Hilfsbereite

Vor dem EM-Spiel motivierte sich die Schweizer Damenfussball-Nationalmannschaft mit dem Song «United in Red». In «Sport aktuell» auf SRF 2 erklärte eine Spielerin, sie alle führen «mit dem roten Kreuz auf der Brust stolz nach Holland». Kein Wunder, haben die Frauen das Spiel verloren – offenbar mussten sie gleichzeitig Sanitätsdienst leisten.
Karin Hoffsten

Unsterbliche

Auf die Frage, ob zu viel Kaffee ungesund sei, zitierte die «Schweiz am Wochenende» die Antwort von Herrn Lavazza: «Das Risiko, zu sterben, ist bei regelmässigen Kaffeetrinkern zehn Prozent tiefer als beim Rest der Bevölkerung.» So hat auch das WOZ-Kollektiv dank betriebseigener Kaffeemaschine noch eine Chance, das ewige Leben zu erringen.
Karin Hoffsten

Neuste

Und «20 Minuten» wusste wieder Wirres aus Washington: «Trump will die Ablenkung durch den Skandal loswerden (…)».
Karin Hoffsten

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