Nr. 34/2017 vom 24.08.2017

Von Karin HoffstenMail an AutorIn und Jürg Fischer

Unvorsichtige

«Wo am Donnerstag Menschen Opfer eines pervertierten Islam geworden waren, liegen jetzt Blumen, brennen Kerzen und von Hand beschriebene Kartonschilder», schrieb die «NZZ am Sonntag» nach dem Attentat in Barcelona. Dass am Ort des Geschehens jetzt auch noch Kartonschilder in Brand gesetzt werden, nehmen wir besorgt zur Kenntnis.
Karin Hoffsten

Bittersüsse

«Grössere Arme als der Kopf» erträumte sich ein Bodybuilder, der aufgrund exzessiven Steroidkonsums zusammenbrach und nun im künstlichen Koma liegt. Das gewünschte Grössenverhältnis scheint er schon erreicht zu haben, und der «Blick am Abend» gelangte zum Fazit: «Der Traum könnte den US-Amerikaner nun bitter zu stehen kommen.» Wie Steroide schmecken, wissen wir nicht – teuer sind sie sicher.
Karin Hoffsten

Gläubige

«Erst 2016 habe der Bundesrat festgehalten, dass ein Importverbot für islamisches Halal- oder jüdisches Schächt-Fleisch gegen internationale Abkommen verstossen würde», lasen wir im «Tages-Anzeiger». Die Schweizer Bevölkerung bevorzugt seit eh und je christliches Fleisch, das im Inland auf saftigen Weiden heranwächst und sich vor dem Schlachthaus regelmässig bekreuzigt.
Karin Hoffsten

Kunstfertige

Dramatik macht sich immer gut, sagte sich die «Schweizer Illustrierte» und übertrieb ein bisschen: «Vermutet wird, dass Gurlitt die Sammlung nach der Hetze durch die Behörden nicht in Deutschland lassen wollte. Der wahre Grund nahm er mit ins Grab.» Wie hiess es noch: Wer sich im Fall vertut, dem tut die Grube gut.
Jürg Fischer

Haltbare

Oh my God, was für ein Gruselkabinett, dachten wir angesichts dieser Aussage: «Gemeint waren damit offenbar nicht die Demokraten, sondern jene Trump-Berater, die Bannon für nicht nationalistisch genug und für zu elitär und liberal halten.» Aber halb so wild, bloss der «Bund» hat hier ein «halten» für ein «hält» gehalten.
Jürg Fischer

Menschenrechtliche

Bedenkliches geht auch in der Schweiz vor, glaubt man der «Luzerner Zeitung»: «In die Schweiz einreisen könne er nicht mehr; man habe eine Einreisesperre gegen ihn erhängt.» Amnesty, übernehmen Sie!
Jürg Fischer

Erringende

Ein interessanter Übergang Digital–Print war bei einem Satz im «Tages-Anzeiger» zu beobachten. In der gedruckten Zeitung lasen wir: «So machte etwa (…) Joseph Stalin viele Erungenschaften seiner Vorgänger Tieder zunichte, die Abtreibung wurde unter ihm wieder verboten» und versuchten, uns an die revolutionären Tieder zu erinnern. In der Onlineversion aber stand: «So machte etwa etwa (…) Joseph Stalin Joseph Stalin viele Erungenschaften seiner Vorgänger wieder zunichte, die Abreibung wurde unter ihm wieder verboten.» Das kommt der Wahrheit näher. Väterchen Stalin liebte drastischere Mittel als die Abreibung.
Jürg Fischer

Waghalsige

«104 von 77 Fehlern vermeidbar», titelte derselbe «Tages-Anzeiger». Endlich. Die überzähligen finden weiterhin in anderen Medien statt, etwa bei bluewin.ch: «Zwei Frau aus Steilhang gerettet». Dieser Titel ist nämlich abgestürzt.
Jürg Fischer

woznews@woz.ch

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch