Nr. 41/2017 vom 12.10.2017

Helfer und Freundin

Von Karin Hoffsten

Egal, ob man die VertreterInnen des staatlichen Gewaltmonopols «Bullen» nennt oder «Schmier» – auch diese Branche tut in erster Linie ihre Arbeit. Eine Arbeit, deretwegen sie aber auch traditionell unter einem Imageproblem leidet, weshalb Berlin vor Jahrzehnten den «Kontaktbereichsbullen» schuf, im hiesigen Idiom mit «Quartierschmier» übersetzbar, und sich auch diese Berufsgruppe inzwischen selbstverständlich elektronischer Medien bedient, um der Bevölkerung näher zu sein.

«Hier twittert zu Bürozeiten das Kommunikationsteam der Kapo Bern», heisst es da beispielsweise; letzten Freitag wurde es allerdings etwas später: Die Berner Kantonspolizei musste wieder mal auftragsgemäss eine unbewilligte Demonstration verhindern.

Ab 18.30 Uhr twitterte das Team in kurzen Abständen, wo man gerade «gezielte Personenkontrollen» oder «bei begründetem Verdacht auf unfriedliche Absichten (…) Anhaltungen in der Innenstadt» durchführte. Um 22.30 Uhr zeigte man die «Stärkung aus der Feldküche», gemäss Foto Hackbraten mit Kartoffelstock, und um 23.25 Uhr gabs sogar «Getränk & Schoggi für Angehaltene». Um 0.49 Uhr machte das Kommunikationsteam Schluss und rief der Bevölkerung zu: «Gute Nacht und häbet Sorg!»

Und weils so gemütlich war, gibts diesen Samstag ab 16 Uhr in Bern grad wieder so eine Party – äxgüsi! – Demo.

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