Nr. 17/2019 vom 25.04.2019

Gelebte Gleichstellung

Von Karin HoffstenMail an AutorIn

Es ist atemberaubend, was Frauen heutzutage alles leisten. Da ist zum einen unsere neue Bundesrätin, die das VBS so geschickt leitet, dass sich armeekritische Geister bereits ihre männlichen Vorgänger zurückwünschen.

Dann fasziniert die russische Weltrekordhalterin im Freediving, die im TV-Spot mit graziöser Kraft die Unterwasserwelt durchmisst, während aus dem Off ihre Stimme – beziehungsweise die einer deutschen Synchronsprecherin – beteuert: «Ich wollte nie ein gewöhnliches Leben (…). Dinge erleben, die sonst keiner erlebt. Erster sein und dabei neue Massstäbe setzen. Das ist für mich Freiheit. Limits? Gibt es nicht.» Der Beweis, dass sie auch privat so hohe Massstäbe setzt, steigt am Ende aus den Tiefen des Meeres empor: der neue Geschirrspüler von Miele.

Auch die erste deutsche Astronautin, die 2020 zur Raumstation ISS fliegen wird, imponiert. Deren Geschirrspüler kenne ich zwar nicht, aber ihr Mann wurde zum «Spitzenvater des Jahres 2019» gekürt. Obwohl selbst beruflich hoch qualifiziert, hält er ihr den Rücken frei, indem er sich um Haushalt und Kinder kümmert. Millionen Mütter freuen sich mit ihm!

Und «Europas meistverkauftes Elektroauto» entlockt Frauen laut Nissan-Werbung Freudenschreie: «Abfahren, Anhalten und Aufladen mit nur einem Pedal.» Endlich muss das weibliche Hirn nicht mehr speziell darauf trainiert werden, je nach Intention den richtigen Fuss zu aktivieren.

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