Nr. 22/2019 vom 30.05.2019

Der menschliche Fortschritt

Von Karin HoffstenMail an AutorIn

Bald werden Sie immer mehr Männern begegnen, die Säckchen mit Baumnüssen bei sich tragen, aus denen sie fleissig knabbern: Es dient der Arterhaltung! Wie blick.ch berichtete, macht schon der Verzehr von 75 Gramm Baum- oder Walnüssen täglich das männliche Spermium «beweglicher, besser, vitaler» – kurz: fitter.

Denn dass die Spermien der Schweizer Männer von besorgniserregender Qualität sind, war überall zu lesen: Laut einer schweizweiten Erhebung erreichen sie bei sechzig Prozent der jungen Männer nicht die zur Zeugungsfähigkeit notwendige Norm. Will heissen: Das Schweizervolk droht auszusterben.

Damit aus unseren blühenden Auen nicht verdorrende Tundren werden, braucht es also dringend Massnahmen. So könnte man – wie es schon heute bei kindlichen Krebserkrankungen möglich ist – vorpubertären Knaben Hodenmaterial entnehmen, es tiefgefrieren und später, wenn der Herangewachsene Vater werden möchte, daraus funktionstüchtige Spermien züchten. Zudem wird man künftig nicht nur wegen der immer später Gebärenden ausländische Leihmütter engagieren müssen, sondern auch exotische Samenspender aus aller Herren Länder. Was das wieder alles kostet!

Aber die Sache hat auch ihr Gutes: Wenn Schweizer Männer sowieso keine Kinder mehr zeugen können, brauchts auch keinen Vaterschaftsurlaub. Somit zeigt unser Bundesrat, dem schon zwei Wochen zu viel sind, einfach nur Weitblick.

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