Nr. 29/2019 vom 18.07.2019

Blumen für Ruth Weiss

Ruth Weiss ist eine Jahrhundertzeugin. Ihr Lebenslauf ist ein Weg entlang der unglaublichen Erschütterungen, denen die Welt im letzten und in diesem Jahrhundert ausgesetzt war. Er ist auch ein selbstgewählter Weg im Kampf gegen Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Rassismus. Geboren 1924 in Deutschland als Kind jüdischer Eltern, 1936 mit der Familie nach Südafrika emigriert, hat sie seither an vielen Orten gelebt und gearbeitet. Sie war seit den fünfziger Jahren Zeitungs- und Radiojournalistin in Johannesburg, lernte 1960 Nelson Mandela und andere ExponentInnen des ANC kennen, wurde zur Persona non grata und verbrachte danach viele Jahre in Rhodesien beziehungsweise Simbabwe.

Die WOZ kam 1991 mit ihr in Kontakt, als wir sie für eine Veranstaltung in der Reihe «Schöne neue Weltordnung» als Podiumsteilnehmerin gewinnen konnten. Seither hat sie sich in unserer Zeitung häufig zu aktuellen Themen geäussert, hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Erbe der Apartheid. In den letzten Jahren schrieb sie vorwiegend Romane, und sie tritt auch immer wieder an Schulen und anderen Orten auf.

Als Journalistin war sie immer blitzschnell und präzise. Persönlich kennen wir sie als faszinierende Erzählerin mit einem umfassenden Gedächtnis und als überaus empathische Zuhörerin. Am Freitag in einer Woche, am 26. Juli, feiert sie ihren 95. Geburtstag. Wir gratulieren von Herzen.

Pause fürs Kollektiv

«Das beinahe Beste an der WOZ ist ihre Sommerpause, und das ist nicht verächtlich gemeint», schrieb unser Kolumnist Stefan Gärtner vor einem Jahr im Loblied auf den Pausensozialismus (siehe WOZ Nr. 33/2018). Wir wissen, wie er es gemeint hat, und zelebrieren in den kommenden zwei Wochen das Sommerslackertum. Da die nächste WOZ erst am 8. August erscheint, hat Gärtner schon mal vorsorglich eine Rede zum Nationalfeiertag geschrieben, zu lesen auf Seite 14 («Heraus zum 1. August!»).

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