Nr. 36/2019 vom 05.09.2019

Von Karin HoffstenMail an AutorIn

Ineffiziente

«bz – Zeitung für die Region Basel» berichtete, die Gewerkschaften wollten die Arbeitszeiten zur Minderung von Stress flexibler gestalten: «So soll etwa die maximale Höchstarbeitszeit von 45 Wochen pro Stunde (…) zugunsten einer Jahresarbeitszeit ersetzt werden.» So werden also im Jahr Hunderte von Wochen pro Stunde anfallen. Wo – bitte schön – bleibt da die Entspannung?

Erlebte

Auch Wettervorhersagen versprechen zuweilen Unübliches, wie im «Tages-Anzeiger»: «Es erwartet uns im Norden eine veränderliche und nicht unfreundliche Mischung aus Sonne und Wolken. Allerdings entsteht unser Wetter zu einem gewissen Teil direkt vor der Haustür, dazu gehören auch ein paar Schauer und Gewitter.» Und noch während wir das im milden Sonnenschein hinterm Haus lasen, fielen im Vorgarten schon erste Hagelkörner aus einem turmhohen Kumulonimbus.

Durchgebratene

Die Aussichten fürs Tessin meldete meteocentrale.ch: «Im Süden bleibt es oft trocken und mit 23 bis 300 Grad schwülheiss, nur gegen Abend sind über den Alpen lokale Regengüsse und Gewitter nicht ausgeschlossen.» Die Evakuierungen haben begonnen.

Gezähmte

Was die «Thurgauer Zeitung» vom alt-neuen italienischen Ministerpräsidenten verlangte, sprach vor allem DeutschschweizerInnen an: «Auf dass er sie zäme», lautete der Titel, und wir ergänzen gern: Auf dass er sie zämerufe und mit einem munteren «Hoi zäme!» zum Zämeschaffe animieren könne!

Maskulinisierte I

Die Schweizer Läuferin Mujinga Kambundji vertraute dem «Tages-Anzeiger» an: «Ich kann eine gute Zeit laufen. Jetzt muss ich das einfach noch im Vergleich mit starken Gegnern zeigen.» Von ihrer starken Leistung motiviert, plant sie offenbar, sich bald auch mit rennenden Männern zu messen.

Maskulinisierte II

In der «Emma» erzählte die «grüne Nationalrätin» Kathrin Bertschy (mit «grünliberal» kann die Deutsche nichts anfangen) über Fortschritte der Schweizer Frauenbewegung auf Regierungsebene: «Justizministerin Karin Keller-Sutter und Verteidigungsministerin Viola Amherd werden als hervorragende Bundesräte gelobt.» Frau Bertschy kennt sich aus, schliesslich ist sie seit Jahren Präsident der Alliance F.

Vertauschte

Nur ganz am Rande erwähnte die NZZ den «Wikipedia-Gründer Julian Assange». WOZ-Leser G. entdeckte ihn trotzdem, und wir sind mit ihm einig: Das ist nun doch ein bisschen zu viel der Ehre für den grossen Enthüller.

Spezifische

«Einerseits kommt die neue Juso-Chefin so gar nicht wie eine Linksaussen-Politikerin daher», schrieb Journalistin Claudia Blumer im «Tages-Anzeiger». Nun bitten wir Sie, liebe Frau Blumer, dringend um nähere Angaben, wie Linksaussenpolitikerinnen üblicherweise daherkommen.

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