Nr. 21/2020 vom 21.05.2020

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Tischsittliche

«Frauen und Gebildete essen häufiger Obst und Gemüse», wusste luzernerzeitung.ch. Männer und Blödmänner beissen sich derweil noch an ihrer Formulierkunst die Zähne aus.
Jürg Fischer

Justiziable

«Zahlreiche Verdachtsfälle auf Missrauch von Corona-Geldern beschäftigen Justiz», war im «Zürcher Unterländer» zu lesen. Uns beschäftigt viel stärker das Verschwinden der Buchstaben, das pandemische Ausmasse annimmt. Nicht wirklich tröstlich ist dabei der kontraindizierende Titel eines Videoberichts von srf.ch: «Die Corona-Kriste ist nur erfunden».
Jürg Fischer

Fabelhafte

«In Giswil OW konnten Anwohner am Samstagmorgen einen Wolf beobachten. Das Tier kam von Ostern her und geht auf einem Wildtierkorridor», meldete das Portal nau.ch. Bleibt zu hoffen, dass der Osterhase schon vorher Reissaus nahm.
Jürg Fischer

Geologische

«Die Nachfrage nach Öl steigt ins Bodenlose», berichtete die «Solothurner Zeitung» über «Saudi-Arabiens hausgemachte Krise». Das ist nicht so falsch, wie es den Anschein hat. Wenn die steigende Nachfrage unablässig bedient wird, ist der Peak Oil umso schneller erreicht und der fossile Boden unserer Wirtschafterei perdü.
Jürg Fischer

Vorausschauende

«Ich habe gelernt, keine Prognosen zu machen, die mehr als 24 Stunden umfassen», zitierte die NZZ Karin Keller-Sutter. Im Lead zum Interview hiess es dann, Frau Bundesrätin sage uns, «warum sie keine zweite Corona-Welle befürchtet». Dies in Übereinstimmung bringend, stellen wir beruhigt fest, dass die zweite Welle zumindest bis morgen noch nicht eintrifft.
Karin Hoffsten

Geheime

Die NZZ widmete sich auch den «Unsichtbaren» in Italien: «Meistens sind es dunkelhäutige Menschen aus Afrika oder Asien, Migranten, die mit der grosse elmeer kamen und in Italien gestrandet sind.» Auch wenn Sie noch nie davon gehört haben, ist «der grosse elmeer» unter Flüchtenden legendär und – da äusserst unsicher – als Transportmittel ebenso beliebt wie gefürchtet. Es braucht endlich gesicherte Transitwege!
Karin Hoffsten

Zurückliegende

In einer kritischen Würdigung des SRF-Dokumentarfilms über die Achtzigerbewegung schrieb die «Solothurner Zeitung»: «Als Einziger im Film stellt der ehemalige Zürcher Ex-Polizeispitzel Willy Schaffner diesen kindischen Hang zu Sachbeschädigung und in Kauf genommener Körperverletzung in Frage.» Das dürfte an dessen verwirrender Persönlichkeitsentwicklung liegen: Auf dem Weg vom Polizisten über den Spitzel zum Ex-Spitzel und ehemaligen Polizisten können einem die Moralbegriffe schon mal durcheinandergeraten.
Karin Hoffsten

Überbordende

Unter Notwehrexzess versteht man gemeinhin eine Überreaktion bei der Selbstverteidigung. Dass Gebana, die sympathische Firma für nachhaltigen Obsthandel, den «Mitglieder/innen des VCS» kürzlich einen Zehn-Franken-Gutschein anbot, fällt drum für uns unter Genderisierungsexzess.
Karin Hoffsten

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