Nr. 28/2020 vom 09.07.2020

Hohes Amt

«Frau Pressepräsidentin», «Ihre Durchlaucht» oder transzendentaler: «Hochhöchstes Gewissen»? Noch sind wir uns auf der Redaktion unsicher, wie wir unsere Reporterin (und ehemalige langjährige Redaktionsleiterin) Susan Boos künftig korrekt ansprechen sollen. Sie wurde nämlich gerade zur Präsidentin des Presserats gewählt. Jener altehrwürdigen Institution also, die über nichts Geringeres wacht als über die Einhaltung der journalistischen Berufsethik in den Medien des Landes.

Boos habe unter anderem mit ihrer «zukunftsgerichteten Vorstellung, wie sich der Presserat weiterentwickeln könnte, überzeugt», hiess es. Wie diese Zukunft etwas konkreter aussehen wird, mag sie – schon ganz präsidial – erst nach einer Einarbeitungsphase näher erläutern. Zum Schluss noch das Beste: Es handelt sich nicht um ein Vollzeitamt, Susan wird uns und Ihnen also als Reporterin und Redaktorin erhalten bleiben.

Gegendarstellung

Im Artikel «Fehlermehldung!» in der WOZ vom 2. Juli 2020 heisst es, Tamedia-Verleger Pietro Supino habe 2017 sinngemäss gesagt, «KorrektorInnen brauche es nicht, JournalistInnen müssten selber fehlerfrei schreiben können. Dafür würden sie schliesslich gut bezahlt.» Das ist falsch. Pietro Supino hat dies nicht gesagt. Richtig ist, dass er für Tamedia im Handbuch «Qualität in den Medien» den Anspruch der Fehlerfreiheit festgehalten und die Notwendigkeit des Korrektorats entsprechend nie infrage gestellt hat.

Tamedia, Juli 2020

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