WOZ News :

Nr.  36 –

Pandämonische

«Kantonsübergreifende Patientenströme stellen das Gesundheitswesen in Frage», meldete das «St. Galler Tagblatt», und «den grössten Patientenabfluss hat der Kanton Aargau». Wir stellen uns das als eine Art coronakritische Demo vor dem Bundeshaus vor.
Jürg Fischer

Standortvorteilhafte

Die proaktive Verwandlung von intransitiven in transitive Verben schreitet voran. «Bern wird geschlafen», stellte ein Interviewer im «Tages-Anzeiger» fest. Da würde uns auch «Basel wird gelitten» nicht überraschen. Schliesslich leben wir schon länger Zürich.
Jürg Fischer

Gegroundete

«Die Nachfrage nach Flügen dürfte erst 2014 wieder das Niveau von vor der Corona-Krise erreichen», schätzte die «NZZ am Sonntag». Ja, das hätten wir auch gerne: zurück in die Zukunft.
Jürg Fischer

Raubtierische

Ebenfalls in der «NZZ am Sonntag» war zu lesen: «Singapur hat in den letzten 40 Jahren dem Meer durch die Aufschüttung von Sand über 50 000 Quadratkilometer Land abgerungen und damit sein Territorium um rund 20 Prozent vergrössert.» Damit hätte Singapur flächenmässig zu Ländern wie Norwegen und Polen aufgeschlossen. Doch auch diese Rechnung ist auf Sand gebaut. Tatsächlich ist der Tigerstaat nur gerade dreimal so gross wie der Kanton Zug, der sich somit als «Tigerlistaat» bezeichnen könnte.
Jürg Fischer

Wetteifernde

«Wenn es um die Gleichbereichtiung geht, hängt ihr in der Schweiz gegenüber den USA um 40 bis 50 Jahre zurück», wurde in der «Zeit» eine US-amerikanische Juristin zitiert. Wenn es aber um klare Aussprache geht, haben wir (bisher) die Nase vorn.
Jürg Fischer

Fussreisende

«Der Wanderweg zwischen Martisweid (Küssnacht) und Fischchratten ist noch nicht erstellt und deshalb bis auf weiteres gesperrt», heisst es auf der Geodaten-App des Kantons Schwyz. Bitte respektieren Sie das, und bedenken Sie, dass sich auf der Martisweid aggressive Mutterkühe und im Fischchratten schlecht gelaunte Hechte befinden könnten. 
Jürg Fischer

Aufgepumpte

«Usterer*innen haben grössere Luftpumpen als Greifenseer*innen», behauptete an der Bankstrasse 2 in Uster ein Plakat der Firma Galaxus, gemäss Fusszeile «computergeneriert für die Bankstrasse 2». Da hapert es noch ein bisschen mit der künstlichen Intelligenz und dem Andienen ans gendergerechte Lokale. Die Leute in Uster fühlen sich nämlich nur als Ustermerinnen und Ustermer beziehungsweise als UstermerInnen oder Ustermer*innen angesprochen. Das m bringts.
Jürg Fischer

Glitschige

Für «Luzerner Zeitung» und «St. Galler Tagblatt» warf der USA-Korrespondent einen kritischen Blick auf die Bürgerwehren, die nur vorgaben, Menschen schützen zu wollen: «Vielmehr gossen sie Feuer ins Öl.» Nun muss also auch noch geklärt werden, wer für den Ölteppich verantwortlich war.
Karin Hoffsten

woznews@woz.ch