Nr. 40/2020 vom 01.10.2020

Technikglaube

«Die abstrusesten Technikversprechen schaffen es bei namhaften Medien auf die Frontseite. Selbst bei skeptischeren Stimmen zu dieser Entwicklung scheint immer wieder eine gewisse, wenn auch negative Technikfaszination durch. BefürworterInnen wie KritikerInnen bedienen gerne einen Technikdeterminismus, der die mit der Techniknutzung verbundenen (gesellschaftlichen) Folgen für zwangsläufig und wenig gestaltbar hält.» So lautet die Ankündigung des Vortrags von Fredy Spring, der sich mit gesellschaftstheoretischen Themen befasst. Spring arbeitet als Programmierer in der Geoinformatik und lehrte an der Fachhochschule Nordwestschweiz im Bereich Programmierung und Datenbanken.

Basel Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 5. Oktober 2020, 19 Uhr.

Absurd laut Camus

Vieles, was wir für unumstösslich hielten, gerät ins Wanken. Rechtspopulistische Strömungen untergraben Demokratien und zementieren alte Mauern. Wie sollen wir an den Erfolg unseres Handelns glauben, wenn wir erleben, wie langwierige Bemühungen zunichtegemacht werden? Unter dem Eindruck galoppierender politischer Rückschritte und lähmender persönlicher Rückschläge stellt sich pulp.noir im Stück «Absurd laut Camus» die Frage, ob es nicht absurd sei, gegen die Zwecklosigkeit anzurennen. Eine Industrial-Jazz-, Spoken-Word- und Expanded-Video-Performance «über die Zwecklosigkeit und ihren Nutzen».

Bern Reitschule, Tojo Theater, Neubrückstrasse 8, Do/Fr, 1./2. Oktober 2020, 20.30 Uhr, So, 4. Oktober 2020, 19 Uhr.

Regionale Selbstversorgung

Covid-19 hat die Wichtigkeit einer stabilen lokalen Lebensmittelversorgung deutlich gemacht und dem Megatrend «Regionalität» nochmals zusätzlichen Schub verliehen. Viele hat es dazu gebracht, wieder selbst Gemüse zu ziehen, zu kochen und zu backen. Doch inwieweit ist es überhaupt möglich und sinnvoll, dass sich Zürich regional und saisonal ernährt? Das Ernährungsforum Zürich diskutiert mit denjenigen, die wissen, wie wir saisonale Lebensmittel aus der Region auf den Teller zurückbringen und ob das unsere Welt rettet. Mit dabei: Jan Landert, Forschungsinstitut für biologischen Landbau, Projektleiter «Was isst Zürich»; Friederike Kasten, «Veg and the City», urbane Gärtnerin, Floristin, Kursleiterin; Maurice Maggi, Gärtner und Koch, Autor von «Essbare Stadt»; Stefanie Ersoy, Köchin im Bistro Karl der Grosse; und Beny Koch, Grün Stadt Zürich, Fachbereich Landwirtschaft. Moderation: Monika Schärer.

Zürich Karl der Grosse, Saal, Kirchgasse 14, Di, 6. Oktober 2020, 19.30 Uhr (Anmeldung obligatorisch unter www.karldergrosse.ch).

Gefälschte Reportage

Vor Ort, Originalton, glühende Schilderungen: Reportagen machen die LeserInnen zu AugenzeugInnen und rühren unmittelbar ans Gemüt. Doch vor einiger Zeit ist die literarische Reportage durch Fälschungen ins Zwielicht geraten. Der langjährige Afrikakorrespondent Ruedi Küng berichtet anhand des polnischen Autors Ryszard Kapuscinski über ein historisches Lehrstück und stellt aktuelle Fragen. Kapuscinski schrieb in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bahnbrechende Reportagen aus dem Globalen Süden, aus Afrika, Asien und Lateinamerika, hautnah am Geschehen. Doch nicht alles hatte er tatsächlich erlebt.

Zürich bücherraum f, Jungstrasse 9, Mo, 5. Oktober 2020, 19 Uhr (Anmeldung unter www.buecherraumf.ch).

Identität

Die Auseinandersetzung um Migration, Integration und Rassismus, aber auch mit den damit verbundenen Triebkräften Wut und Verletztheit, Schuld und Scham, Hoffnung und Solidarität geht weiter. Julian Warner, der sich als Kulturanthropologe und Künstler zwischen Wissenschaft und Lehre, Kuration, Kunstpraxis und ihrer Befragung bewegt, und Historiker und Ines-Mitbegründer Kijan Espahangizi begeben sich ins Spannungsfeld von Identitäten und ihrer Rolle für und bei verschiedenen emanzipatorischen und antirassistischen Bewegungen – historischen und aktuellen. Muss jede Generation von vorne anfangen?

Zürich Theater Neumarkt, Neumarkt 5, Fr, 2. Oktober 2020, 20 Uhr.

Hexenverfolgung

Zwischen 1487 und 1701 wurden im Zürcher Hoheitsgebiet achtzig Frauen und fünf Männer als «Hexen» hingerichtet. Der nun zum letzten Mal durchgeführte Rundgang erinnert an ihr Schicksal, an die Ungerechtigkeit und das Leid, das allen der Hexerei bezichtigten Menschen widerfahren ist. Es wird aufgezeigt, welches Bild sich die Bevölkerung von den angeblichen Hexen machte und welche Rolle die Kirche und die Stadträte dabei spielten. Es wird Agatha Studler vorgestellt, die einzige als Hexe hingerichtete Stadtzürcherin. Und es wird erläutert, warum gerade Frauen besonders oft Opfer der Verfolgungen wurden. Der Rundgang führt an wichtige Orte der Zürcher Hexenverfolgung.

Zürich Limmatquai 56 (Treffpunkt), Sa, 3. Oktober 2020, 16.15 Uhr (Anmeldung obligatorisch: info@frauenstadtrundgangzuerich.ch).

​Binationale Unterschiede

Faszination der Unterschiede – und wie gehen wir damit um? Die Paar- und Sexualtherapeutinnen Margareta Hofmann und Regula Schäfer gehen in der kostenlosen Infoveranstaltung der IG Binational von den Anwesenden aus, um Stärken und Stolpersteine der binationalen Beziehung zu betrachten und allen Hinweise zu einem besseren Verständnis zu geben.

Zürich Karl der Grosse, Kirchgasse 14, Mi, 7. Oktober 2020, 19.30 Uhr.

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