Nr. 48/2020 vom 26.11.2020

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Unzimperliche

Breaking News in der «Basler Zeitung»: «Sturzflug vom Roche-Turm. Zwei junge Basler drehen ein spektakuläres Drohenvideo. Damit überzeugen sie auch namhafte Auftraggeber.» Diesmal ein gelungener Erpressungsversuch. 
Jürg Fischer

Flexible

«Und sie haben es mit einem Mann zu tun, der sein Leben lang das Recht gebogen hat.» So zitiert der «Bund» den Yale-Professor Timothy Snyder mit einer Aussage über Donald Trump. Zu ergänzen wäre: Ausserdem lügt Trump, dass sich die Balken beugen.
Jürg Fischer

Rein Rechnerische

Unübersichtliche Zeiten werfen komplizierte Fragen auf, zum Beispiel im «St. Galler Tagblatt»: «Wie stellt man sicher, dass ein solches Zertifikat nicht Nichtimmune vor Diskriminierung schützt und dem Gemeinwohl dient?» Die WOZ stellte gewissermassen die Gegenfrage: «Oder wird einfach verhindert, dass junge Leute, die ohnehin nur einen harmlosen Verlauf hätten, nicht krank werden?» Viermal negativ gibt in der Summe zweimal positiv, aber «positiv» mögen wir halt gerade nicht denken.
Jürg Fischer

Närrische

Das «St. Galler Tagblatt» stellte auch fest: «Kindern hält man manchmal die Wahrheit vor, weil man glaubt, dass es besser für sie wäre.» Ausserdem verkürzt man offenbar für sie auch die Verben, weil man glaubt, dass sie es dann besser verstehen. Fehlanzeige.
Jürg Fischer

Fischartige

«Die Laichenchöre finden Studien, welche den Aerosol-Ausstoss und dessen Gefährlichkeit relativieren», war einem Leserinnenbrief im «Zürcher Oberländer» zu entnehmen. So ist auf jeden Fall erwartbar, dass stummer Gesang zur Aufführung kommt, insofern ist der Aerosolausstoss an einem kleinen Ort.
Jürg Fischer

Volksnahe

Von AnwohnerInnen, «die das Referendum erhoben haben», berichtete der «Tages-Anzeiger». Wie wäre es mit einer kleinen Nachhilfe in Staatskunde? Das Referendum wird in einer Demokratie ergriffen, erhoben werden die Hände (erteilt wird diese Lektion von der vierten Gewalt).
Jürg Fischer

Symptomatische

«Der Datenwust depromiert», jammert der «Tages-Anzeiger». Ein weiteres Virus ist ausser Kontrolle geraten und schon haben wir eine neue Diagnose.
Jürg Fischer

Monoglotte

Er nehme den Bundesrat nicht als Führungsgremium wahr, «das mit einer Sprache spricht», sagte ein Gesundheitsökonom der gleichen Zeitung, was dessen augenblickliche Zusammensetzung ja auch verhindert. Die Empfehlung, «der Bundesrat dürfte sich ruhig eine Scheibe vom österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz abschneiden», dürfte dieser wiederum als Übergriff empfinden.
Karin Hoffsten

Durchlüftete

Manche Kinokette hat es zurzeit nicht leicht, weil sie «nicht über ein Multiplexkino verfügt mit mehreren Sälen und einem Dach», informierten einige Medien. Dabei könnte man mit warmen Decken doch gerade dort dem Coronawinter trotzen.
Karin Hoffsten

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