Nr. 45/2021 vom 11.11.2021

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an Autor:in

Waghalsige

«Im gut abgeschirmten Impfdorf selbst sitzen weitere gut 20 Leute gemütlich an Tischen und quatschen. Blumentöpfe kreisen die Esstische ein», meldete «Watson» launig. Die frisch Geimpften sollen sich mal auf weitere Nebenwirkungen einstellen. Bedrohliche Blumentöpfe sind erst der Anfang.
Jürg Fischer

Unreleaste

«Diese geniale iPhone-Funktion hilft bei Schreibfehler», frohlockte blick.ch. Vermutlich ist die Funktion noch nicht auf dem Markt. Ausprobiert hat man sie beim «Blick» jedenfalls eher nicht.
Jürg Fischer

Frivole

«Die kluge und empathische Ko-Gastgeberin Michelle Hunziker, die Gottschalk wie in alten Zeiten über manche Klippe schiffen lässt, ist in der Jubiläumsshow immer gut, wenn sie aktiv eingreift, während es Längen gibt, als sie nicht in Erscheinung tritt», kommentierte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» online. Wetten, dass Sie jetzt einige ganz inadäquate Assoziationen haben. Oder auch nicht – dann ist ja gut.
Jürg Fischer

Privatverkehrende

Auch auf der Strasse kommt es immer wieder zu unvorhergesehenen Situationen; so beobachteten verschiedene Tamedia-Blätter: «Zusammenstoss führt zu Kollision». Eine neue Form von Versicherungsbetrug? Man kollidiert so lange, bis kein Selbstbehalt mehr anfällt.
Jürg Fischer

Gewarnte

Auch der Kanton Thurgau wird sich an einer nationalen Kampagne gegen sexualisierte Gewalt beteiligen. Unter dem Titel «16 Tage Gewalt gegen Frauen» wies die «Thurgauer Zeitung» vorsorglich auf die geplanten Aktionen hin. So kann sich jede Frau rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Karin Hoffsten

Spastische

Präzision ist die Mutter guten Journalismus! Das weiss man auch bei der NZZ, die in ihrem Newsletter analysierte: «Beim Abstimmungskrampf um das Covid-19-Gesetz treffen Kulturen aufeinander.» Dass die starke Verkrampfung die Redaktion daran hinderte, sich bei der Abstimmungsempfehlung zu einem klaren Ja durchzuringen, bedauern wir allerdings.
Karin Hoffsten

Nichtsahnende

Die Kunst des sprachlichen Genderns ist noch nicht überall angekommen. So berichtete der «Bund», dass «der Alkoholkonsumin den nächsten Jahren auch in den asiatischen Ländern ansteigen» werde; hier hätte es natürlich einer klaren Entscheidung zum femininen Artikel bedurft. Dass die Deutschlandkorrespondentin des SRF hingegen in einem gedankenverlorenen Moment von «Mitgliederinnen» sprach, hat sie auf Twitter bereits bedauert. Am meisten regten sich übrigens jene auf, die glauben, sie müssten ihre Töchter jetzt «Kinderinnen» nennen.
Karin Hoffsten

Andauernde

In den Bestimmungen eines Innerschweizer Spitals findet sich der Hinweis, dass nicht nur als stationäre Behandlung gilt, «wer sich länger als 24 Stunden im Spital aufhält», sondern auch «wer im Spital stirbt», was uns zugegebenermassen ein bisschen zusetzt. Zwingen die Spitaldefizite jetzt schon Tote zum Bleiben?
Karin Hoffsten

woznews@woz.ch

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch