Diesseits von Gut und Böse : Jetzt spricht das Volk

Nr. 26 -

Letzte Woche diskutierte auch die Zürcher SVP-Gemeinderätin Susanne Brunner im «Club» auf SRF über die Frage: «Sag, wie hast du es mit dem Gendersternchen?». Tags darauf fand sich im Mülleimer vor dem Fernsehstudio ein zerknüllter Zettel mit Notizen:

«Himmel, war das grusig da drin! Diese LBTGQ-XY-was-weiss-ich-Gemeinde kann einem vernünftigen Menschen ja den letzten Nerv ausreissen. Zum Glück war wenigstens der Rico Bandle auf meiner Seite, der war ja früher bei der ‹Weltwoche›, das merkt man immer noch.

Aber ich habs geschafft: Eine bessere Gelegenheit, unsere neue Initiative gegen den Quatsch öffentlich zu machen, wirds so schnell nicht geben. Bei dem Gagathema lagen die Einschaltquoten vermutlich tief im Keller, aber egal – ich war im Fernsehen, und die Presse hat berichtet.

Gendersternchen – wenn ich das schon höre. Unsere schöne deutsche Sprache verhunzen sie, auch wenn diese Anna Rosenwasser immer honigsüss wiederholt: ‹Sprache ist unsere Heimat!› Meine auch, meine auch! Aber sicher nicht mit all dem Gedöns, bei dem die Leute auf der Strasse gar nicht wissen, was es heissen soll.

Im generischen Maskulinum hab ich mich schon immer daheim gefühlt! Ich find das toll, dass wir Frauen da auch dazugehören. Wie in der Studentenverbindung, in der ich bin, da bin ich inzwischen ein Altherr, keine Altdame! Das generische Maskulinum ist grossartig – damit sind wir Frauen dort, wo die Männer sind!

Und was für kurlige Figuren sollen denn gemeint sein mit dem Sternchen? ‹Nichtbinäre›? Transen? Also, äxgüsi – an der Fasnacht ist das ja okay oder am Sächsilüüte, so wie im April in Bassersdorf – aber sicher nicht dort, wo sich normale Leute unterhalten. Und ganz sicher nicht in amtlichen Verlautbarungen. Ab morgen sammle ich Unterschriften!»