Politour :

Nr. 26 -

Über die Grenze

Tausende Flüchtlinge versuchten zwischen März 1938 und Mai 1945, über Vorarlberg die Schweiz zu erreichen: verfolgte Jüdinnen und Juden, politische Gegner:innen der Nazis, Deserteure, Kriegsgefangene, Zwangs- und Fremdarbeiter:innen aus besetzten Ländern Europas. Bereits im Sommer 1938 begann die Schweiz, die Grenzen abzuriegeln. Fluchthelfer:innen auf beiden Seiten konnten manchen noch ein Entkommen ermöglichen, aber es gab nur noch illegale Auswege.

Entlang der «Radroute Nr. 1» in Vorarlberg und an ausgewählten Orten in der Schweiz und in Liechtenstein markieren symbolische Grenzsteine 52 Hörstationen zu diesen Flüchtlingsschicksalen und laden per QR-Code dazu ein, sich auf die Geschichte des jeweiligen Orts einzulassen und innezuhalten.

«Über die Grenze» ist ein Projekt des Jüdischen Museums Hohenems. Am kommenden Sonntag lädt das Museum zur Eröffnungsfeier des Rad-Hörwegs sowie zu einer Fahrradsternfahrt ein. Es reden unter anderen: Jonathan Kreutner (Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds, der als Kind mit seinen Eltern über den Alten Rhein in die Schweiz floh), Simone Prodolliet (ehemalige Geschäftsführerin der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen, Nichte des Schweizer Diplomaten und Fluchthelfers Ernest Prodolliet) sowie WOZ-Autor Stefan Keller von der Paul-Grüninger-Stiftung.

Hohenems am Schlossplatz, So, 3. Juli 2022, ab 15 Uhr. Als Plattform für die Erkundung dient ab 3. Juli die Website www.ueber-die-grenze.at.

Blick auf Kuba

Die Vereinigung Schweiz-Cuba Region Zürich-Ostschweiz Vilma Espín lädt zu einem Vortrag zum Thema «Cuba und Nachhaltigkeit» ein. Es referiert der Berliner Zukunftsforscher Edgar Göll, der sich seit rund zwanzig Jahren intensiv mit Kuba beschäftigt.

Laut Göll weist Kuba eine erstaunliche Vielfalt gesellschaftlicher Steuerungs- und Regulierungsversuche im Bereich von Umwelt und Nachhaltigkeit auf. Bestätigt wird dies vom Anthropologen Jason Hickel und anderen Wissenschaftler:innen, die seit einigen Jahren den Sustainable Development Index (SDI) errechnen, der soziale Indikatoren wie Lebenserwartung, Bildung und Einkommen mit ökologischen Parametern kombiniert. Der SDI-Bericht von 2019 identifizierte Kuba als das «am nachhaltigsten entwickelte Land der Welt». Auch im aktuellen SDI ist Kuba unter den Top Ten.

Das Referat wird um einen aktuellen Reisebericht Gölls sowie um Berichte und Videos zu verschiedenen ökologischen Projekten ergänzt.

Zürich Quartierzentrum Bäckeranlage, beim Helvetiaplatz, Fr, 8. Juli 2022, 19 Uhr.