WOZ News

Nr. 42 –

Permafrostige

«Die Villa des sanktionierten russischen Oligarchen Andrei Melnitschenko, welche die Schweiz eingefroren hat», lautete im «Bund» die Legende zum Foto eines Hauses am oligarchisch einschlägig bekannten Suvrettahang in St. Moritz, das aber nicht einem Iglu gleicht, sondern einem Chalet. So gesehen also nicht einmal ein Halbgefrorenes.

Kollaterale

Auf die Interviewfrage an einen Wirtschaftsexperten in Israel, welche Themen ihn am Vortag der Hamas-Attacken beschäftigten, antwortete dieser laut «Tages-Anzeiger»: «Alles ausser de Krieg.» Das erste Opfer eines jeden Krieges sei die Wahrheit, heisst es. Hier ist es aber die Unversehrtheit der Aussage, und leider ist sie weder das erste noch das einzige Opfer. 

Vorausschauende

Die NZZ befasste sich mit Slowenien, dem Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse, und erwähnte auch die Lyrikerin Cvetka Lipuš, die aus dem Schatten ihres Vaters Florjan Lipuš getreten sei, «jenes grossen Kärntner Schriftstellers, der 2818 endlich den Staatspreis Österreichs erhielt, nachdem er ihm zunächst verweigert worden war mit der Begründung, er schreibe ja nicht auf Deutsch». Wir gehen davon aus, dass diesem Argument bei der Verleihung in 795 Jahren keine besondere Bedeutung mehr zugemessen werden wird.  

Tüchtige

In einem Wetterbericht zeigte das «St. Galler Tagblatt», wie man dem bisher wärmsten Oktober seit Messbeginn die Reverenz erweisen kann, ohne gleich wieder auf der Klimaerhitzung herumreiten zu müssen: «Die Sonne leistete in der vergangenen Woche das Doppelte des Üblichen.» 

Ungenaue

Dieselbe Zeitung gab das Mass vor, woran der Stand der Zivilisation zu messen sei: «Die Gspaltenhornhütte, weit weg von der Zivilisation mit 59 Betten, entsprach den beiden.» Dabei blieb offen, ob es mehr oder weniger Betten braucht, um als zivilisiert zu gelten. 

Bildsprachliche

Es war wiederum das «St. Galler Tagblatt», das zu folgender Metapher griff: «Die Hamas-Terroristen, die unbemerkt nach Israel eingedrungen sind, haben die Uhren im ganzen Land auf null gestellt.» Ach, hätten sie sich doch darauf beschränkt! Die Welt wäre eine andere. 

Doppelsinnige

«Ist Murat Yakin noch zu halten?», fragte die «Luzerner Zeitung» am Dienstag nach der fussballerischen Tragödie. Die Frage passt zu jedem Spielausgang. Sollten die Schweizer ihre nächsten Gegner spielerisch in der Luft zerreissen, wird Murat Yakin sicher nicht zu halten sein.

Beratende

Wir bekamen Post – eine Mail direkt aus dem EJPD: «Hallo !!!!!!!!! Sie haben eine Vorladung erhalten. Bitte lesen Sie das beigefügte Dokument und antworten Sie uns so schnell wie möglich. EJPD-Vorsteherin Elisabeth Baume-Schneider, Das EidgenössischeJustiz- und Polizei departement (EJPD)». Wir werden die Frau Bundesrätin umgehend informieren, dass sie nur ein Ausrufezeichen machen soll. 

woznews@woz.ch