WOZ News
Turbulente
«Überraschend ist auch nicht, dass Harry Kane hat den Münchnern schon vor Halloween zur Meisterschaft gratuliert wird», hiess es gleich in mehreren Blättern der CH-Media-Gruppe, sowie: «Und trotzdem ist der 32jährige Bayern mal rund 100 Millionen Euro gekostet.» Wir sind auch verblüfft über den Superstar, aber ebenso staunen wir, dass niemand in den Redaktionen die gelb-rote Karte gezeigt hat.
Zelluloide
«Der Regisseur Stefan Haupt stellte am 13. Oktober im Kiwi-Kino Winterthur seinen Film ‹Schiller› vor», berichtete das Gratisblatt «Winterthurer Zeitung». Uns war bisher nur Haupts aktuelle Verfilmung von Max Frischs Roman «Stiller» ein Begriff. Doch die Besprechung erläutert auch: «Es ist eine Geschichte über die vermeintliche Freiheit, die in der Wahl der eigenen Identität liegt, in der Möglichkeit, einfach jemand anders werden zu können, sich ‹umzudichten›.» Mit der Wahl der Identität eines Klassikers kann man jedenfalls nicht allzu viel falsch machen. (Dank an Leser K.)
Upgecycelte
«Jedes Kleidungsstück wird geprüft, von Hand etikettiert und mit einem Baumwollfaden an den Kleidungsstücken befestigt», beschrieb bajour.ch das Vorgehen in einem Secondhandkleiderladen. An- beziehungsweise ausziehen muss man das so aufgewertete Modeteil wohl nach dem Zwiebelprinzip.
Schlagwörtliche
Gewalt ist leider allgegenwärtig, Probleme mit den Worten dafür sind es ebenso. Wenn der «Blick» online schreibt, «Juso Biel distanziert sich nicht vor Gewalt», kann man das kalauernd als unreifes Verhalten der Juso interpretieren (Solange du dich nicht distanzierst, distanziere ich mich auch nicht), aber wenn der gleiche «Blick» ebenfalls online titelt, «Polizei sucht Zeugen für Vergewaltigung», dann taxieren wir das als Grobfahrlässigkeit, die wir aber nicht der Polizei in die Schuhe schieben wollen. Ebenso kommt im Folgenden aus der «Basler Zeitung» der Beschuldigte noch übler als nötig weg: «Die Tötung seiner Ehefrau hat der Beschuldigte bereits zugestanden, wie aus den Gerichtsakten hervorgeht.» Für ein schlichtes Geständnis könnten mildernde Umstände geltend gemacht werden.
Exekutive
«Justizvollzuggerät an Grenzen», meldete kurz der «Bund». Ohne genauere Beschreibung dieses Geräts stellen wir mal vor dessen Import den Verdacht in den Raum, dass es sich um ein nicht gesetzeskonformes handelt.
Unheilige
«Ungewöhnliche Koalition: Warum der rechte Sender ‹Newsmax› mit der ‹New York Times› zusammenspinnt», formulierte bluewin.ch. Ja, da können wir auch bloss werweissen.
Optimistische
Das «St. Galler Tagblatt» berichtete über einen Zwist zwischen zwei Cousins der «Magenbrot-Dynastie», der schliesslich vor Gericht endete, wo der eine Cousin eine Geldstrafe erhielt wegen Bedrohung und Beschimpfung des anderen. Dieser soll gesagt haben: «Es ist nicht schön, wenn man mit dem Leben bedroht wird.» Natürlich ist Drohen immer unschön. Aber mit dem Leben drohen hat doch auch was Aufmunterndes. Mit dem Tod drohen kann schliesslich jede:r.