WOZ News

Nr. 49 –

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Unikornige

«Ein halbes Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung taucht es erstmals in einem griechischen Text auf, in einer Erzählung über Indien» – das Einhorn nämlich, gemäss der WOZ von letzter Woche. Tatsächlich wurde der entsprechende griechische Erzähler Ktesias von Knidos im Jahr 441 v. u. Z. geboren, das fabelhafte Tier wurde also schon deutlich früher gesichtet. Das hat seiner Evolution bis hin zum zeitgenössischen klingschen Neinhorn keinen Abbruch getan.

Beneluxuriöse

Ebenfalls in der letzten Nummer hiess es in der Bildüber- und -unterschrift «‹The Jane›, Antwerpen, Niederlande». An Ort und Stelle ist die Besitzergreifung unbemerkt geblieben, so gab es auch keine belgischen Demarchen.

Geschwächte

«Stilllegung Schulhaus Bächli wird nochmals überdenkt», meldet das «Neckerblatt» der Gemeinde Neckertal im st. gallischen Toggenburg. Weiser Entscheid; am besten wird der Schule geholfen sein, wenn es in Zukunft zu keinen weiteren Absenzen mehr kommt.

Entschlossene

«Das ALB-Einsatzteam der Dienststelle Landwirtschaft und Wald koordiniert die Tilgungsmassnahmen. Dazu muss ihm konsequent die Lebensgrundlage genommen werden», schrieb der «Schweizer Bauer». Das dünkt uns nun eher konsequentes NPM (New Public Management) als WoV (wirkungsorientierte Verwaltung).

Abstotternde

«Nur zu wenigen Tieren haben die Menschen ein derart ambivalentes Verhältnis wie zu Haus- oder Wanderraten», bemerkte das «Bieler Tagblatt». Anzufügen wäre: höchstens noch zu Immobilienhaien.

Appetitanregende

Der Wels werde oftmals «wegen seines Aussehens mit der schlangenartigen Form der schleimigen Haut ohne Schuppen und dem flachen und breiten Kopf als Speisefisch verkannt», liess uns das «St. Galler Tagblatt» wissen, was gemäss der Maxime «das Auge isst mit» nicht ganz unverständlich ist. Dabei sei «sein weisses Fleisch fest, gerätearm und enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren». Aber die Nähmaschinen und Korkenzieher, die man in Karpfen und Hechten findet, sind ja manchmal auch nützlich.

Verräterische

Im Interview mit der NZZ verhehlte Unternehmer Nick Hayek nicht, was er vom Besuch seiner Berufskollegen im Oval Office hält: «Das Bild, das die Schweizer vor Trumps Pult zeigt», sei «eine Dokumentation des Kniefalls», sagte er. In der Bildlegende wurde daraus: «Das Bild, das die Schweizer vor Trumps Bild zeigt, […]». Wer auch immer diese Legende verfasste, muss intuitiv erfasst haben, dass auch hierzulande manche kurz vor der Heiligsprechung des grässlichen Donald stehen.

Riskante

«Risiken klar bennen», verlangten die Tamedia-Blätter unisono. Verbannt man konsequent alle Korrektorate, wird das nie gelingen.

woznews@woz.ch