WOZ News

Nr. 8 –

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Unaufgeräumte

«In der Politik ist man sich einig: Ein Eintrag im Zivilgesetzbuch braucht es. Kritiker sagen, eine Ohrfeige helfe manchmal mehr als fünf Psychologen», lautete eine Interviewfrage im «Tages-Anzeiger». Man fragt sich, ob es wirklich nötig ist, auf diese Weise zur Salonfähigkeit der schwarzen Pädagogik beizutragen. Man fände es angebracht, dass mit dem eisernen Besen zuerst im eigenen Grammatikdurcheinander aufgeräumt würde.

Sozialrevolutionäre

«Zudem müsse man endlich sicherstellen, dass günstige Wohnungen von Spitzenverdienenden besetzt werden», war ebenfalls dem «Tages-Anzeiger» zu entnehmen. Ist da ein «nicht» verloren gegangen? Vielleicht nicht, und es handelt sich um einen völlig neuen Ansatz: Spitzenverdienende in die günstigen Wohnungen gleich Kompensation für die hohe Steuerlast.

Sendegestörte

«Sebder der SRG werden diskreditiert», berichtete die «Basler Zeitung» online. Wir verfolgen die Entwicklung auch mit Sorge. Höchste Zeit, das Zepter in die Hand zu nehmen, um der Manipulation zu wehren.

Gemeinwohlige

«Hohe Arbeitslast, Krisen und Katastrophen: Warum die Gemeiden kaum mehr Leute finden, die sie führen wollen», schrieb die «SonntagsZeitung». Wir vermuten, weil ihnen mindestens ein n fehlt.

Olympische

Warum Lindsey Vonn nach ihrem schweren Unfall jetzt in die USA zurückkehren konnte, wusste die «Südostschweiz»: «Die 41-Jährige berichtete von einem gut verlaufenen neuerlichen Eingriff am linken Bein, an dem sie eine komplexe Skibeinfraktur erlitt.» Damit kommt endlich ans Licht, was das Geheimnis erfolgreicher Skisportler:innen ist. Vermutlich versagte bei allen in dieser Saison verletzten Schweizer Fahrerinnen das Skibein.

Bewegliche

Der «Bund» zeigte auf seiner Website das Foto eines Hauses am Frohbergweg, in dem derzeit Student:innen leben, die jetzt alle die Kündigung erhalten haben. Fährt man mit dem Mauszeiger über das Bild, öffnet sich eine erklärende Legende: «Das Gebäude soll Studenten weichen, um elner Finta-Notschlafstelle Platz zu machen.» So kommts raus, wenn man die KI Bildlegenden verfassen lässt.

Sprechende

Nachdem eine Hotelbewohnerin möglicherweise gewaltsam zu Tode gekommen war, zelebrierten einige Zeitungen – neben anderen das «St. Galler Tagblatt» – die hohe Kunst der Titelsetzung: «Apartment-Hotel spricht Beileid aus». Das lässt vermuten, dass Häuser nicht nur weichen, sondern auch Gefühle zeigen können. Sollten sich die Verhältnisse in der Welt jemals bessern, erwarten wir entsprechende Stellungnahmen vom Kreml und vom Weissen Haus.

Verwünschte

Nach einem Unfall, an dessen Folgen eine junge Frau verstarb, war im gedruckten «Bund» zu lesen: «Der Lenker des Lieferwagens beging Fahrerfluch.» Möge selbiger ihn ein Leben lang verfolgen.

woznews@woz.ch