WOZ News
Filmreife
«Veränderte Sehgewohnheiten führen dazu, dass die Besucher in den Kinosälen eher älter werden», stellte der «Bund» fest. Es liegt eher an den veränderten Drehgewohnheiten; bei den schnellen Schnitten kommt so manch eine:r nicht mehr mit, und dass man im Kinosaal nicht einfach zurückspulen kann, lässt die Betroffenen alt aussehen.
Erzieherische
«Kann sein Sohn Diktator?», fragte die «NZZ am Sonntag» bezüglich des achtzehnjährigen Sprösslings von Russlands krankem Statthalter Kadyrow in Tschetschenien. Der Weltenlauf allenthalben führt zu Sprachstörungen. Dass der Autoritarismus dabei zum Kinderspiel wird: eine Nebenwirkung.
Höfliche
«Der Justizminister und die Energieministerin mussten zurücktreten – und sogar Selenskis rechte Hand Andrij Jermak (54) musste den Hut ziehen», wusste «Blick» online. Das Hutziehen gehört wie das Handtuchwerfen zur Rücktrittsfolklore; danach kann einem wenigstens keine:r mehr auf die Kappe sch***.
Steuergünstige
«Ein Teil der 13. AHV-Rente fliesst wieder an den Staat zurück. Ob man diesen Anteil als irrelevant, angemessen oder zu viel taxiert, ist ausschlaggebend», stand ebenfalls bei «Blick» online. Ob man diesen Satz als kryptisch oder missraten taxiert, ist wenigstens nicht (denk)vermögensrelevant.
Hyperneutrale
«Kritiker wie Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister sagen, die Schweiz verstecke sich hinter den Guten Diensten, die in der Weltpolitik eigentlich keine eine Rolle spielten», meinte der «Tages-Anzeiger» und verdeutlichte damit, was «Mitte» heisst: sowohl als auch.
Provinzielle
«Die Probleme in Baden kennt man auch in Zürich, obwohl hier die Wohnungsnot noch grösser ist: Auch in der Limmatstadt stehen Wohnungen für Mieter im oberen Preissegment öfters für längere Zeit leer» – auch das stand im «Tages-Anzeiger». Irgendwie eine Folge nicht von Brain-, sondern von Riverdrain. Aus Zürich ist die Limmat abgeflossen, Baden ist trockengelegt.
Narkoleptische
«Auch der Co-Cef von Netflix, Ted Sarandos, sucht die Nähe zu Trump und rauscht sich regelmässig mit dem Präsidenten aus», berichtete die NZZ. Die subversive Software im Textprogramm gibt Hoffnung. Die Frage ist höchstens, ob das die Zugeknallten nicht menschlicher wirken lässt: Hicks, einer geht noch!
Wintersichere
«Auch im Graubünden prasselt viel Schnee nieder», meldete srf.ch. Ja, das Graubünden hat viele Schneekanonen. Logisch, ist es da lauter als bei normalem Schneefall.
Mehrdimensionale
Der «Rattenalarm in Rotmonten» schreckte wohl die «St. Galler Tagblatt»-Leser:innen auf. Doch die Situation scheint unter Kontrolle: «Die Schule und der Fachspezialist seien überzeugt, dass sich die Tragweite der Situation auf einzelne Tiere beschränkt hatte.» Sollte die Tragweite doch gravierender sein, hätte das dafür positive Auswirkungen auf die Reichweite.