WOZ News
Auseinanderdividierte
Die «Luzerner Zeitung» berief sich in einem Bericht zum Festival Luzern live auf eine «Presseteilung» des Festivals. Soll nun auch die altgediente Pressemitteilung aufs Minimum schrumpfen? Ist das Plan B nach dem Scheitern der Halbierungsinitiative? Wir ziehen es vor, die Presseteilung als eine Massnahme eines partizipativen Projekts zu interpretieren.
Kuschelnde
«Trump begnadigt Kapitol-Stürmer – jetzt muss er lebenslang ins Gefängnis», meldete bluewin.ch. Eine solche Justiz wäre schwer zu durchschauen. Aber der Titel macht nicht klar, dass in diesem Fall nicht der Begnadiger hinter Schloss und Riegel kommt, sondern der Stürmer, für ein anderes Verbrechen, nämlich den sexuellen Missbrauch Minderjähriger. Berufung ist also so oder so nicht angezeigt.
Sparsame
«Der Nationalrat hat sich grundsätzlich für die Spassmassnahmen des Bundes eingesetzt», tönte es am Dienstag letzter Woche in der Sendung «Rendez-vous» von Radio SRF 1. Hörten wir recht? Das kann ja heiter werden. Wahrscheinlich hat der überalterte Nationalrat «Rotstift» gehört und sich an das gleichnamige Kabarett erinnert.
Abgefahrene
«Nach acht Bier flog der Mercedes durch die Luft», hiess es unter anderem im «Landboten» betreffend die juristische Aufarbeitung eines Verkehrsunfalls. Die Erkenntnis aus dieser Meldung ist, dass offenbar nicht nur Redbull Flügel verleiht (Dank an Leser D. für diese Pointe).
Frühgeförderte
In einem Plädoyer für die Abschaffung der Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium beschrieb der «Tages-Anzeiger» die bedauernswerten Zöglinge, die sich dieser Tage derselben stellen mussten: «Es sind Zwölfjährige, richtige Kinder noch, ihre Füsse reichen teilweise nicht einmal bis zum Boden.» Auch hierzu hat Leser D. eine Vermutung: Es handelt sich um einen Versuch mit Hors-sol-Kindern.
Halbgebackene
Auf 20min.ch fand sich letzten Sonntag ein Persönlichkeitstest: «Von Zopf bis Sauerteig – welches Brot bist du?» Leser C., der an dieser Überschrift hängen blieb, fragt sich bang: «Was, wenn ich ein Butterzopf bin?» Dann, ja dann, lieber C., hättest du nicht mal sonntags frei.
Verschlagene
«Entsprechend emotional fiel die Reaktion auf seinen Todes aus», formulierte die NZZ zum Ajatollah Chamenei. Ein:e Schuft:in, wer Böses denkt, aber das ist wohl gemeint, wenn von der Sprachlosigkeit im Angesicht des Todes die Rede ist.
Närrische
«Drei Tor kriegen die Zuschauer in der Swissporarena zu sehen», berichtete der «Blick» vom Fussballspiel des FC Luzern gegen die Berner Young Boys. Und: «Denn die beiden wirren Toren von Edimilson Fernandes und Darian Males sorgen dafür, dass die Berner den Strichkampf vorzeitig entschieden haben.» Es ist dem System offenbar nicht gegeben, Homonyme sauber auseinanderzuhalten. So kann man sich auch vorstellen, dass das Luzerner Goal sich sagt: Da steh ich nun, ich armes Tor.