Was weiter geschah : Privatjetmesse abgestürzt
Drei Jahre liegt die Aktion zurück: Im Mai 2023 stürmten über hundert Klimaaktivist:innen in Genf die European Business Aviation Convention & Exhibition – eine der grössten Verkaufsmessen für Privatjets in Europa –, um auf deren katastrophale Klimabilanz aufmerksam zu machen. Diese hat es in sich: Laut Studien verursachen Privatjets pro Passagier:in bis zu neunmal mehr CO₂-Emissionen als reguläre Flüge, pro Flug ist ihr CO₂-Ausstoss im Schnitt fast so hoch wie der jährliche Pro-Kopf-Ausstoss in der EU.
Nun haben die Veranstalter:innen des bisher jährlich stattfindenden Luxusevents eine überraschende Ankündigung gemacht: Sie sagten die diesjährige, für Anfang Juni angesetzte Veranstaltung kurzfristig ab. In einer Pressemitteilung erklärt die dahinterstehende European Business Aviation Association, man habe nicht die nötige Dynamik – also Nachfrage – erzeugen können. Branchenmagazine sprechen von Anpassungsschwierigkeiten an neue Marktbedingungen seit der Pandemie, dem Ausstieg einer US-amerikanischen Partnerorganisation im Jahr 2024 und wachsender Konkurrenz.
Welche Rolle der Protest vor drei Jahren und die dadurch generierte Aufmerksamkeit gespielt haben, lässt sich schwer beurteilen. Greenpeace Schweiz jedenfalls, das an der Aktion beteiligt war und seit Jahren ein Privatjetverbot fordert, begrüsste die Absage – und sieht darin auch ein Zeichen, «dass aktivistischer Protest sich lohnt».
Nachtrag zum Artikel «Aviatik: Wie abgehoben kann man sein?» in WOZ Nr. 22/23.