In eigener Sache : Viele Tausend für ein Nein
Weitere Promis unterstützen das WOZ-Manifest gegen die SVP-«Nachhaltigkeitsinitiative».
Schon über 12 000 Menschen haben das Manifest gegen die SVP-Schweiz unterschrieben, das die WOZ vergangene Woche gemeinsam mit Persönlichkeiten aus Sport, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft lanciert hat. Konkret richtet es sich gegen die «Nachhaltigkeitsinitiative» der SVP, über die am 14. Juni abgestimmt wird – und die extreme Massnahmen verlangt, damit die Zahl der «ständigen Wohnbevölkerung» zehn Millionen nicht überschreitet. Zunächst würden der Familiennachzug und das Recht auf Asyl abgeschafft, dann die Europäische Menschenrechtskonvention aufgekündet. Und schliesslich müsste die Schweiz die Personenfreizügigkeit mit der EU und damit die bilateralen Abkommen aufgeben.
Die enormen Verwerfungen bei einem Ja haben bislang viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Die Veröffentlichung des breit abgestützten Manifests hat nun eine Diskussion in Gang gesetzt. «Mit einem scharf formulierten Manifest rufen bekannte Sportlerinnen und Künstler dazu auf, eine Bevölkerungsgrenze abzulehnen», schrieben der «Tages-Anzeiger» und weitere Titel von Tamedia. Und das reichweitenstarke Onlinemedium bluewin.ch vermeldete: «Zahlreiche Prominente sprechen sich in einem Manifest gegen die 10-Millionen-Initiative der SVP aus. Sie warnen vor einer isolierten Schweiz – und kritisieren die Partei scharf.»
Zu den Erstunterzeichner:innen, darunter Spitzenfussballerin Lia Wälti, Bestsellerautor Martin Suter und «Tatort»-Kommissarin Carol Schuler, haben sich inzwischen Senior:innen und Slampoetinnen, Sachbearbeiter, Theologinnen und Tätowier:innen gesellt. Ein Querschnitt der Gesellschaft, vereint in der Ablehnung einer Schweiz, die Migrant:innen ihrer Rechte berauben würde. Mittlerweile ist weitere Prominenz dazugekommen: der Satiriker Victor Giacobbo, die Musiker:innen Anna Rossinelli und Nemo, die vielfach preisgekrönte Schauspielerin Sabine Timoteo, der legendäre SRF-Anchorman Stefan Tabacznik oder der langjährige Direktor des Bundesamts für Verkehr Peter Füglistaler, dazu Spitzenpolitiker:innen von SP und Grünen.
Die WOZ hatte das Manifest initiiert, nachdem eine Umfrage von Tamedia eine Zustimmung zur Initiative ausgewiesen hatte. Ende letzter Woche meldete eine SRF-Umfrage nun eine Pattsituation: 47 Prozent der Befragten waren für die Initiative, 47 dagegen, 6 Prozent noch unentschlossen. Wenige Tausend Stimmen, so sieht es einen Monat vor dem Urnengang aus, könnten entscheiden, welchen Weg die Schweiz einschlägt.
Entsprechend lohnt sich jedes Engagement. Wenn Sie es also noch nicht getan haben: Unterschreiben Sie das Manifest! Teilen und verbreiten Sie es! Damit die wichtigste Abstimmung der letzten Jahre nicht verloren geht, weil zu wenige den Ernst der Lage erkannt haben.
Das WOZ-Manifest lesen und unterzeichnen können Sie auf der Website keine-svp-schweiz.ch. Mit cooler Foto-Option! ●