Politik der kleinen Gesten

Le Monde diplomatique –

In den vergangenen Monaten hat Israel eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, um das Leben der Palästinenser in den besetzten Gebieten zu verbessern, etwa die Einführung von 4G. Zugleich schreitet der Siedlungsbau voran und eine Lösung des Konflikts liegt in weiter Ferne.

Man müsse „mit der Faust auf den Tisch hauen“, schimpfte Thomas Nides über die israelische Regierung. Was den US-Botschafter in Israel nach einem Besuch im Westjordanland im März 2022 in Rage brachte, waren weder die militärische Besetzung der Palästinensergebiete noch der rapide voranschreitende Siedlungsbau und auch nicht die repressiven Maßnahmen der israelischen Armee gegen die palästinensische Bevölkerung.

Ihn erzürnte die Tatsache, dass den Menschen in den Palästinensergebieten kein Mobilfunknetz der vierten Generation (4G) zur Verfügung steht. Der US-amerikanische Diplomat hatte mit Entsetzen festgestellt, dass die Palästinenser sich – anders als die Siedler und die israelische Bevölkerung – mit 3G begnügen müssen: „Wer hat denn noch 3G? Das ist lachhaft!“, echauffierte sich Nides. Und er fügte hinzu: „Was bedeutet Gleichberechtigung? 4G bedeutet Gleichberechtigung!“1

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