Wie chinesisch ist Taiwan?
Geschichte und Identität einer Insel
Auch Asien teilte sich in den Jahren 1949/50 in zwei Machtblöcke – in den „Westen“ auf der einen Seite und die Sowjetunion sowie die Volksrepublik China auf der anderen: Im Oktober 1949 rief Mao Zedong die Volksrepublik China aus. Sein Erzfeind, Generalissimus Chiang Kai-shek, floh mit zwei Millionen Soldaten auf die Insel Taiwan. Im Juni 1950 fiel das sozialistische Nordkorea in Südkorea ein. Mit dem Mandat der UN zogen die USA und ihre Alliierten in den Koreakrieg.
Die USA, in Furcht vor einem „kommunistischen Steppenbrand“, brauchten ein antikommunistisches Bollwerk in der Region und suchten nach geeigneten Verbündeten. US-Präsident Truman kam schnell auf Chiang Kai-shek in Taiwan. Chiangs „Republik China“, die tatsächlich nur Taiwan und umliegende kleine Inseln umfasste, gehörte 1945 nicht nur zu den 51 Gründungsmitgliedern der Vereinten Nationen, sie hatte auch einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat samt Vetorecht. Um Chiang auf seine Seite zu ziehen, sandte Truman die 7. US-Flotte in die Taiwanstraße und verhinderte so in allerletzter Stunde Maos Eroberungskrieg gegen Taiwan. Mao hatte die Insel zu diesem Zeitpunkt nämlich bereits als Teil „Rotchinas“ beansprucht.