Gestern in LMd, heute in den Nachrichten
Hoffnung für New York
Am 4. November gewann der Demokrat Zohran Mamdani die Bürgermeisterwahl in New York City. Am 1. Januar wird er sein Amt antreten. Bereits vor der Wahl musste der erklärte „demokratische Sozialist“ zahlreiche Anfeindungen über sich ergehen lassen. Präsident Trump drohte, er werde der Stadt Bundesmittel streichen, falls Mamdani die Wahl gewinnen sollte. In der Oktoberausgabe LMd erklärte Alexander Zevin das Erfolgsrezept des neuen linken Hoffnungsträgers: Mamdani trat glaubwürdig für eine Mietpreisbremse, kostenlose Busse und Kinderbetreuung ein, er mobilisierte 75.000 Wahlkampfhelfer:innen und warb zahllose Kleinspenden ein. So konnte er sich am Ende nicht nur gegen die Republikaner durchsetzen, sondern auch gegen Teile des demokratischen Establishments.
Schlag gegen den IS
Die syrische Interimsregierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa hat Anfang November im ganzen Land Operationen gegen Zellen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) durchgeführt. Das sagte ein Sprecher des syrischen Innenministeriums am 8. November. Dutzende IS-Mitglieder seien verhaftet worden. Erst kurz zuvor hatten die USA al-Scharaa von der Sanktionsliste gestrichen und sein Treffen mit Präsident Trump in Washington am 10. November ermöglicht. Im August 2024 – also noch vor dem Sturz des Assad-Regimes – berichtete die LMd-Autorin Kristin Helberg in ihrem Text „Wie sicher ist Syrien?“ über den schwierigen Umgang mit dem Erbe des einstigen „Kalifats“ in Syrien und darüber, wie sich die Menschen gegen den IS zur Wehr setzen.
PR-Coup für einen Diktator
Am 1. November wurde nach jahrzehntelanger Planung mit einem Festakt das Grand Egyptian Museum in Kairo eröffnet, das wegen seiner spektakulären Exponate wie der Goldmaske von Tutanchamun weltweit Aufsehen erregt. Unter den internationalen Gästen war auch Bundespräsident Steinmeier, der ein Land vertritt, das sich seit Jahren weigert, einen der wichtigsten altägyptischen Kunstschätze zurückzugeben: die Nofretete-Büste. Ob Machthaber al-Sisi mit den Deutschen über deren Restitution gesprochen hat, ist nicht bekannt. Wichtiger ist ihm ohnehin das internationale Prestige, das ihm das neue Museum verschafft. Wie das Al-Sisi-Regime seit Jahren das antike Erbe Ägyptens für politische Zwecke instrumentalisiert, schilderte im April 2022 in LMd Léa Polverini in „Pharaonische Obsession“.