Nr. 31/2010 vom 05.08.2010

Gleichnis über die Welt

Von Stephan Pörtner

Das Vogelgezwitscher erreichte schon in den frühen Morgenstunden jene Dezibelgrenze, die Zwickelgruber aus dem Bett scheuchte. Weil es ihm aber seine neu gefundene Gelassenheit verbot, sich darüber aufzuregen, setzte er sich in seinem Bett auf und versuchte angestrengt herauszufinden, was diese ornithologische Kommunikation zu bedeuten haben könnte, denn irgendwie hing ja alles zusammen, Natur, der Mensch und das ganze Zeug. Er kam aber nicht über die Erkenntnis hinaus, dass die einen eher sangen und die anderen eher schimpften und daraus zimmerte er sich ein Gleichnis über die Welt, das schon wenige Stunden später in der Mittagshitze schmolz und hinfällig wurde.