Nr. 19/2012 vom 10.05.2012

Altern

«Weniger ist mehr – und wer bezahlt das? Geruhsam oder ‹produktiv› altern in der Postwachstumsgesellschaft?» Darum geht es in einer Diskussion zwischen dem Soziologen und Altersforscher François Höpflinger und der Ökonomin Irmi Seidl.
Zürich Altersheim Sydefädeli, Hönggerstrasse 119, Mo, 14. Mai 2012, 19 Uhr.

Bosnien

Was geschieht, wenn Soldaten die Frauen der anderen Ethnie gezielt vergewaltigen und dafür Lager einrichten? Wie reagieren die Betroffenen, ihre Angehörigen und die ganze Gesellschaft? Und wie befragt man das Oberhaupt der muslimischen Gemeinde, Sefko Omerbasic, über das Eheleben nach dem Krieg, wenn die Ehefrau vergewaltigt worden ist? Solche und ähnliche Fragen begleiteten die Fotografin Cristina Zilioli während ihres Aufenthalts Mitte Dezember 1992 vor allem in drei Lagern für bosnische Flüchtlinge um die Stadt Zagreb. Ihre Bilder werden nun in Zürich gezeigt. Bei der Eröffnung der Ausstellung wird es ein Gespräch mit der Islamwissenschaftlerin Armina Omerika von der Universität Bochum geben.
Zürich Kulturhaus Helferei, Kirchgasse 13, Mo, 14. Mai 2012, 18.30 Uhr. 
Die Ausstellung dauert bis 31. Mai 2012.

Energiepolitik

«Energiepolitik – Courant normal oder Ansätze einer lösungsorientierten Politik»: Unter diesem Titel diskutieren WOZ-Korrespondent Andreas Zumach und Jürg Burri, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung, über Energiepolitik und Atomenergie. Des weiteren wird das Theaterstück «Störfall – Nahaufnahme Tschernobyl» aufgeführt, das noch vor der atomaren Katastrophe in Fukushima entstanden ist. Das Leben eines alten Paares unweit der Reaktorruine sowie die Erzählung einer jungen Frau, die ihren Freund durch die Katastrophe verliert, sind das zentrale Element der Inszenierung. Dazu gibt es Medienberichte, Bilder und Einschätzungen von Experten.
Zürich Theater Winkelwiese, Winkelwiese 4. Diskussion: Di, 15. Mai 2012, 20.30 Uhr. Aufführungen: Mi, 16. Mai 2012, Fr, 18. Mai 2012, und Sa, 19. Mai 2012, 
jeweils um 20.30 Uhr.

Familienformen

Im Buch «Familienbande. 15 Porträts» zeigt die Soziologin und Journalistin Christina Caprez Lesben, Schwule und Transgendermenschen mit Kindern, Wohnkollektive und Wahlfamilien, Patchworkkonstellationen und binationale Familien sowie solche, die durch Adoption entstanden sind. In Basel gibt es nun eine Lesung mit Diskussion.
Basel Familien-, Paar- und Erziehungsberatung, Greifengasse 23, Di, 15. Mai 2012, 20 Uhr.

Klima

Eine der dramatischsten Folgen des Klimawandels könnte die Entwurzelung und Flucht von Millionen von Menschen sein, die ihre Lebensgrundlage verlieren und über die Grenzen von Ländern und Kontinenten fliehen müssen. In seinem mehrfach preisgekrönten Film «Climate Refugees» (USA 2010) hat der amerikanische Filmemacher Michael P. Nash die humanitären und sicherheitspolitischen Folgen des Klimawandels dokumentiert und analysiert. Die Zürcher Rote Fabrik zeigt ihn nun in ihrer Filmreihe «Nebenrolle: Natur!».
Zürich Rote Fabrik, Seestrasse 395, Do, 17. Mai 2012, 20 Uhr. Nur englisch, Eintritt frei.

Kolumbien

Im Rahmen eines politischen Abendgottesdienstes wird das Projekt «Combos» vorgestellt, das sich seit zwanzig Jahren in Medellín, Kolumbien, für Frauen und Kinder aus den Armenvierteln einsetzt. Gloria Amparo Henao und Gloria Maria Bustamante berichten von ihrer Arbeit in den Slums.
Zürich Kulturhaus Helferei, Kirchgasse 13, Fr, 11. Mai 2012, 18.30 Uhr.

Landwirtschaft

BäuerInnen stehen unter grossem Druck. Die ProduzentInnenpreise sind im Keller, und die Grossverteiler beharren auf ihrer Wachstumslogik, die die Preise immer weiter sinken lässt. Auch der Druck auf Natur und Tiere nimmt ständig zu. Es tut sich eine Schere auf zwischen den immer grösseren spezialisierten Industriebetrieben (Milch, Mast, Eier et cetera) und den kleineren vielfältigen Landwirtschaftsbetrieben, die sich quasi in den Nischen bewegen oder je länger je öfter zum Aufgeben gezwungen werden. Im Café Décroissance erzählen die Bäuerinnen Ulrike Minkner (Uniterre) und Alexandra Maier (Demeter) von ihren Höfen und ihrer Arbeit. Thematisiert werden auch Ernährungssouveränität und Bedürfnisse einer gemeinschaftlichen, solidarischen Landwirtschaft.
Bern Polit-Forum Käfigturm, Marktgasse 67, Mo, 14. Mai 2012, 19 Uhr.


«Warum ist es mit der Landwirtschaft kompliziert?»: Ist sie teuer und ineffizient oder ökologisch und auf bestem Weg? Seit Jahren wird heftig über die Landwirtschaft gestritten, nicht nur in der Schweiz. Dabei verlaufen die Konflikte oft quer durch die Parteien. Bettina Dyttrich, WOZ-Redaktorin mit Schwerpunkt Landwirtschaft, geht im Rahmen der «Erfreulichen Universität» den Ursachen dieser Konflikte nach.
St. Gallen Palace, Blumenbergplatz, 
Di, 15. Mai 2012, 20.15 Uhr.

Sozialforschung

«Einstweilen wird es Mittag» ist ein Spielfilm von Karin Brandauer über die Untersuchung «Die Arbeitslosen von Marienthal» von Marie Jahoda, Paul F. Lazarsfeld und Hans Zeisel aus dem Jahr 1933, die zu den Klassikern der empirischen Soziologie gehört. Der Film zeigt auf, welche Bedeutung die Arbeitslosigkeit für die Menschen hatte und wie dies analysiert wurde. In der anschliessenden Diskussion wird der Frage nachgegangen, ob und wie die Sozialforschung zur Verbesserung von schlechten Lebensverhältnissen beitragen kann.
Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 14. Mai 2012, 19 Uhr.

Waffenhandel

Der Dokumentarfilm «Waffenhandel – Ein Bombengeschäft» beleuchtet die Hintergründe des ebenso komplexen wie undurchsichtigen internationalen Handels mit Waffen. Er lässt verschiedene VertreterInnen internationaler Organisationen und Hilfsorganisationen zu Wort kommen, die diesem Geschäft den Kampf angesagt haben.
Zürich Kino Xenix, Kanzleistrasse 52, 
Sa, 12. Mai 2012, 12.15 Uhr. Eintritt frei.

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