Nr. 40/2012 vom 04.10.2012

Erhöhte

«Flyers-Stürmer Lemm kriegt sogar beim Niesen Kopfweh», meldete «Blick Online» und fragte: «Wird es je wieder gut?» Wir empfehlen dem Stürmer andere Ausflugsziele. Es müssen ja nicht gleich Eiger, Mönch und Jungfrau sein – beim Pilatus ist es auch nett.
Karin Hoffsten

Grinsende

Andern Sportlern geht es dagegen beneidenswert gut. Blerim Dzemaili zum Beispiel, offensiver Mittelfeldspieler bei der Schweizer Nationalmannschaft, ist, wie «Blick am Abend» berichtete, verliebt: Die Glückliche heisst Alessia und «wurde an der Miss-Italia-Wahl 2011 zur «Miss TV Sorrisi e Canzoni» erkoren. ‹Sorrisi e Canzoni› (‹lächelst und neckst›) ist seit 1952 eine berühmte TV-Sendung.» Unser erster Verdacht, da habe jemand beim Google-Übersetzer Hilfe gesucht, liess sich nicht erhärten: ‹Sorrisi e Canzoni› übersetzt der treu und richtig: «Lächeln und Lieder»; allerdings liefert Google auch die Information, dass «TV Sorrisi e Canzoni» keine Sendung, sondern eine Fernsehzeitschrift ist. Macht nix, Alessia ist ja trotzdem eine Schöne.
Karin Hoffsten

Herrschsüchtige

Im Gespräch mit der «Sonntagszeitung» erklärte Verhaltensforscher Kurt Kotrschal, dass der Umgang mit Hunden noch immer «von einem falschen Wolfsbild» und der Vorstellung einer «Dominanzhierarchie» geprägt sei: «Mann weiss heute, dass die ausgeprägte Hierarchie bei Wölfen nur bei Gehegehaltung auftritt.» Dass Frau gemäss «Sonntagszeitung» noch nicht so weit ist, führen wir auf den Einfluss despotischer Handtaschen-Chihuahuas zurück.
Karin Hoffsten

Beengte

In der «NZZ am Sonntag» machte sich ein Autor in Beijing auf die Suche nach dem Künstler Ai Weiwei, was sich als äusserst beschwerlich erwies: «Der präziseste Hinweis lieferte mir noch eine alte Dame in einem rosa Seidenkleid und einem Gehstock aus Bambus, bei der ich mit der Erwähnung von Weiwei hingegen alle Sympathien wieder verspielte (…).» Wenn man sich vor Augen führt, wie die alte Dame zwecks Lieferung in den Bambusstock gepresst worden sein muss, kann man ihr den Ärger nicht verdenken.
Karin Hoffsten

Philosophische

«Waren früher die langen Nasen prestigeträchtiger Hochgeschwindigkeitszüge die Hingucker an der alle zwei Jahre stattfindenden Innotrans in Berlin gewesen, so dominierten utilitaristische Fahrzeuge für den Verkehr in Ballungsräumen die diesjährige Ausgabe dieser weltumspannenden Leistungsschau der Eisenbahn-Industrie», berichtet sach-, jedoch nicht ganz fremdwörterkundig die NZZ, was Leser M. zur hübschen Konklusion brachte: «Ich habe es geahnt. Deshalb benutze ich auch keine hedonistischen Taxis mehr, sondern konzentriere mich auf mein solipsistisches Velo.»
Jürg Fischer

Kalkulierende

«Und so servieren die fünf GenossenschafterInnen (zwei weiblich, fünf männlich) selbstbestimmt und zum Einheitslohn sechs Tage in der Woche Kaffee, Tee, Bier und vor allem ihre Quiches in allen Variationen den jungen und manchmal eiligen Gästen», las man in der WOZ. Auch deswegen sind Genossenschaften ein Erfolgsmodell: Sie haben einfach mehr Humankapital.
Jürg Fischer

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