Nr. 41/2012 vom 11.10.2012

Doch das Jenseits ruft

Von Karin HoffstenMail an AutorIn

Die Sinnsuche macht vor Prominenten nicht halt. Schauspielerin Veronica Ferres zum Beispiel, die zu Beginn ihrer Karriere als sexy Blondine das Komödiantische pflegte, gibt seit einigen Jahren die schicksalsgeprüfte deutsche Mutter. Wie ich im «Tages-Anzeiger» las, spürt sie seit Nahtod-Erfahrungen die Existenz Gottes, und sie trat wieder in die katholische Kirche ein. Ich bezweifle ja, dass sie IHN ausgerechnet dort trifft. Jetzt spielt sie in einer TV-Serie die Polizeiseelsorgerin – vermutlich eine Protestantin, denn das katholische Rollenspektrum bietet so was ja nicht.

Auch Helmut Maria Glogger, selbst nicht prominent, dafür regelmässig im «Blick am Abend» Prominenten den Marsch blasend, hat trotz eherner Weltsicht offenbar Fragen. Im Magazin des «SonntagsBlicks» berichtete er, wie ihn eine Rückführung «ins Schattenreich der Seele» ins Jahr 1296 geleitete, wo er wegen Verfassens obrigkeitsfeindlicher Traktate enthauptet wurde, mit «einem Messer, das an ein Fleischerwerkzeug erinnert, mit dem man grosse Knochen zerkleinert».

Jetzt kennt Glogger seine «Lebensprobleme: Warum ich immer für andere, nie für mich schrieb. Vermutlich, weil ich wegen eines Textes schon mal mein Leben verloren habe.»

Das verstehe, wer kann. Nur eins ist mir jetzt klar: Den Mann bringt man nur mit Gewalt zum Schweigen.

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