Nr. 02/2013 vom 10.01.2013

Gesundheitswesen

Spardruck im Gesundheitswesen: Der Staat gibt weniger aus für die Langzeitpflege alter Menschen. Spitexarbeit wird zum Fliessband- und Stressjob. Vonseiten der Politik gibt es den Versuch, die Pflege nach wie vor den Familien anzulasten – doch das funktioniert immer weniger. Dadurch werden private – teils gewinnorientierte – Pflegedienste gefördert, die zuweilen bedenkliche Arbeitsbedingungen bieten. Dazu hält die Sozialanthropologin Susy Greuter (siehe WOZ Nr. 34/10) im Rahmen der «Uni von unten» den Vortrag «Pflegedienste: Frauen in prekärer Beschäftigung».
Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, 
Mo, 14. Januar 2013, 19 Uhr.

Grundeinkommen

Was bringt das bedingungslose Grundeinkommen Frauen? Zementiert es die Rollenteilung, oder schafft es Voraussetzungen für einen Aufbruch? Dies diskutieren die Theologin, Ethikerin und Autorin Ina Praetorius sowie Therese Wüthrich vom Wide (Women in Development Europe).
Bern Hotel Kreuz, Zeughausgasse 41, 
Di, 15. Januar 2013, 19.30 Uhr.

Die Frage, ob das bedingungslose Grundeinkommen die Forderung nach Mindestlöhnen konkurrenziert, ist eine Woche darauf Thema. Es diskutieren Corrado Pardini (SP-Nationalrat, Schweizerischer Gewerkschaftsbund), Oswald Sigg (ehemaliger Vizekanzler und Bundesratssprecher) und Silvia Schenker (SP-Nationalrätin und Sozialarbeiterin).
Bern Hotel Kreuz, Zeughausgasse 41, Di, 22. Januar 2013, 19.30 Uhr.

Kriegsverbrechen

Der Film «Il violino di Cervarolo» («Die Geige aus Cervarolo», Italien 2012, italienisch, deutsch untertitelt) von Nico Guidetti und Matthias Durchfeld erzählt von den BewohnerInnen des kleinen Dorfes Cervarolo in der Emilia Romagna im nördlichen Apennin, die am 20. März 1944 Opfer eines von deutschen Truppen verübten Massakers wurden (siehe WOZ Nr. 49/12). Als «Sühnemassnahme» für die Präsenz von Partisanengruppen in der Umgebung hatte eine Einheit der Fallschirm-Panzerdivision «Hermann Göring» – unterstützt von italienischen Faschisten – vorher bereits Massaker an den EinwohnerInnen der umliegenden Dörfer begangen. Nun fielen sie in Cervarolo ein, trieben 24 Männer aus ihren Häusern und erschossen sie. Sie vergewaltigten Frauen und steckten Häuser in Brand.
Der Film erzählt vom damaligen und heutigen Leben der Angehörigen der Opfer, lässt ZeitzeugInnen zu Wort kommen und zeigt Ausschnitte aus dem Prozess, der in Verona gegen ehemalige Mitglieder der deutschen Wehrmachtseinheit geführt wurde. Protagonist ist Italo Rovali, Sohn eines Geigers, der durch das Massaker seinen Grossvater und seinen Onkel verlor.
Für Jahrzehnte hatten die Akten über das Massaker zusammen mit zahlreichen anderen Berichten im sogenannten «Schrank der Schande» in einem Abstellraum der Militärstaatsanwaltschaft von Rom gelagert. Dort wurden sie 1994 gefunden und ermöglichten erstmals Prozesse gegen die Täter.
Vor dem Film gibt es jeweils eine kurze Einführung, danach stehen Regisseur Nico Guidetti und der Protagonist Italo Rovali für Fragen und eine Diskussion zur Verfügung. Die Übersetzung ist gewährleistet.
St. Gallen KinoK, Grünbergstrasse 7, 
Fr, 11. Januar 2013, 19.30 Uhr.
Luzern Sentitreff, Baselstrasse 21, 
Sa, 12. Januar 2013, 19.30 Uhr.
Zürich Kino Xenix, Kanzleistrasse 56, 
So, 13. Januar 2013, 14.30 Uhr.

Migration

Das Kasama lädt ein zur Veranstaltung «Linke Perspektiven gegen den rassistischen Konsens». Es gibt einen Bericht und Diskussionen über die Aktionen zum transnationalen MigrantInnenstreik 2011 und 2012 in Wien.
Zürich Kasama, Militärstrasse 87a, 
So, 13. Januar 2013, 19 Uhr.

La Cimade bietet jenen Frauen und Männern Schutz und Unterstützung, die auf der Flucht vor Gewalt oder extremer Armut ihr Land verlassen mussten und darauf hoffen, in Frankreich ein besseres Leben zu finden. Die Organisation begleitet MigrantInnen und Asylsuchende auf allen Stationen ihres Weges: bei der Ankunft an der Grenze, bei Behördengängen, in Durchgangszentren und Gefängnissen, bei der Eingliederung in die Gesellschaft, aber auch bei der Verteidigung ihrer Rechte nach einer Ausschaffung in ihr Herkunftsland. Mit ihrem Engagement unterstützt La Cimade rund hunderttausend Menschen jährlich. Die Organisation kämpft auch für einen grundsätzlichen Wechsel in der europäischen Migrationspolitik. Sie interveniert bei nationalen und europäischen Behörden und versucht, auf die Situation der in Frankreich lebenden MigrantInnen aufmerksam zu machen. Die Philosophin und Theologin Françoise Poujoulet erzählt aus der Praxis.
Luzern RomeroHaus, Kreuzbuchstrasse 44, 
Mo, 14. Januar 2013, 19.30 Uhr.

MuslimInnen

In der Wanderausstellung «… denn die Menschen sind alle Geschwister» geben zwanzig Musliminnen und Muslime aus dem Kanton Bern Einblick in ihren Alltag und sprechen über ihre Sorgen, Hoffnungen und ihren Glauben. Die Porträtierten machen sichtbar, wie vielfältig der Islam in der Schweiz gelebt wird. Nun wird die Ausstellung in Thun zu sehen sein. Eröffnet wird sie mit einem kurzen Referat von Gottfried Hirzberger über seine theologischen und persönlichen Erfahrungen mit MuslimInnen sowie einem Oud-Konzert (arabische Laute) von Nehad El-Sayed.
Thun Kirchgemeindehaus, Frutigenstrasse 22. Vernissage: Di, 15. Januar 2013, 19.30 Uhr. Die Ausstellung dauert bis 27. Januar 2013. Besuche des Islamischen Kulturzentrums, Rampenstrasse 1: 
Do, 17. und 24. Januar 2013, jeweils 17.30–18.30 Uhr. 
www.refbejuso.ch

Wirtschaftskrise

Seit Monaten schnüren die Regierungen Europas ein Rettungspaket nach dem anderen für die kriselnde Wirtschaft. Dies, obwohl immer sichtbarer wird, dass eine Wirtschaft, die allein auf Wachstum, Wettbewerb und Konsum setzt, nicht unendlich weiterfunktionieren kann. Warum wird so wenig Energie darauf verwendet, nach Alternativen zu suchen? Und wie könnten solche aussehen? Dazu spricht Thomas Gröbly, Dozent für Ethik an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Mit musikalischer Begleitung von Priska Walss an der Posaune.
Zürich Fraumünsterchor (Münsterhof, Eingang Limmatseite), Fr, 11. Januar 2013, 18.30 Uhr.

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