Nr. 04/2013 vom 24.01.2013

Und jetzt alle …

Von Karin HoffstenMail an AutorIn

Geständnisse liegen im Trend. Erst erleichterte Lance Armstrong sein Herz – zumindest strategisch –, jetzt holen die Pornosuchtopfer auf. Patrick Nuo – tiefgläubiger Sänger, der sich zurzeit im RTL-Dschungelcamp ein Zubrot verdient – bekannte: «Ich war pornosüchtig.»

Unter bekennenden Christen scheint das recht verbreitet zu sein, denn auf Tele Züri enthüllte Rolf Rietmann, ehemaliger Pfarrer einer Freikirche, nicht nur seine überwundene Pornosucht, sondern auch: «Ich habe versucht, Gott koabhängig zu machen.»

Der Herr Rietmann ist mir ja schon mal begegnet, als der «Blick» dessen Kommunikation mit einem andern himmlischen Familienmitglied zitierte: «Jesus, nimm mir meine schwulen Gefühle weg.» Jetzt ist er ein suchtfreier Hetero mit Frau und Kindern. Hoffentlich hat ihn die Heilige Familie im Rahmen der Behandlung darüber aufgeklärt, dass Schwulsein und Pornosucht nichts miteinander zu tun haben.

Noch ein Bekenntnis hat mich letzte Woche überrascht. Im «Tagblatt der Stadt Zürich» verkündete der Zürcher FDP-Stadtratskandidat Marco Camin: «Macht interessiert mich nicht.» Ich finde, bei der Interessenlage sollte sich der Mann besser als Friedhofsgärtner bewerben.

Wenn Sie Lust haben, auch mal öffentlich was zu bekennen, schreiben Sie mir einfach. Ich helfe gern.

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