Nr. 33/2013 vom 15.08.2013

Ausstellung

Die Berge rufen, immer noch

Laut gut unterrichteten Quellen sollen etliche WOZ-RedaktorInnen eifrige BerggängerInnen sein. Es soll auch solche geben, die anlässlich des 150-Jahre-Jubiläums des SAC, dieser reaktionären Trutzburg, nicht mehr so viel darüber lesen möchten. Aber die Berge, sie bleiben nun halt mal – vorläufig – da. Deshalb sei in aller gebotenen Zurückhaltung auf eine Jubiläumsausstellung im Alpinen Museum in Bern hingewiesen, und vielleicht gilt ja die Vernissage über das Buch «Alpbeizli-Führer Tessin und Emmental» als nachhaltig.
«Helvetia Club» in: Bern Alpines Museum 
der Schweiz, bis 5. Januar 2014. 
Buchvernissage: Do, 15. August 2013, 18.30 Uhr. 
www.alpinesmuseum.ch

Stefan Howald

Musik

Alpentöne

Das musikalische Experiment und die Collage der eigenen Musikgeschichte seien «der wichtigste Unterschied der Neuen Volksmusik zur herkömmlich landläufigen, die atemlos für den Puurazmorgä Stägeli uf und Stägeli ab reifelt», schrieb Köbi Gantenbein vor einem Jahr in der WOZ. Wie diese musikalischen Experimente live klingen, kann am internationalen Musikfestival «Alpentöne» erlauscht werden. Das 1999 gegründete Festival findet alle zwei Jahre statt und fühlt sich keinem musikalischen Stil verpflichtet. Das Gemeinsame der auftretenden MusikerInnen ist einzig, dass ihre Klangvorstellungen einen Bezug zu den Alpen haben.
Zu hören sind dieses Jahr unter anderen die Schweizer Gruppe OM, mit Urs Leimgruber (Sopransax, Tenorsax), Christy Doran (E-Gitarre), Bobby Burri (Kontrabass) und Fredy Studer (Schlagzeug), die ein neues Programm für das Festival erarbeitet haben. Die Luzerner Sängerin Isa Wiss tritt mit dem Albin Brun Alpin Ensemble auf, Stiller Has gibt ein Konzert, und Roman Signer und Jürg Kienberger experimentieren mit der Performance «Der Pianist, ein Flügel, von einem Helikopter bewindet» vor Ort.
«Alpentöne» in: Altdorf verschiedene Orte, 
Fr–So, 16.–18. August 2013. www.alpentoene.ch

Silvia Süess

Theater

Piazza Mezzomondo

Während neun Monaten haben das Künstlerduo Diego Roveri und Sophie Brunner sowie die Assistentin Nathay Dardel mit Kindern aus einer Einschulungsklasse aus Bern West und aus Tagesschulen ein Theaterprojekt erarbeitet. Das Stück heisst «Piazza Mezzomondo Bern West», und es erzählt Geschichten aus einem dortigen Wohnblock. Die Schauspielerin Dagny Gioulami Rushton bewegt sich als Hauswartin durch einen Raum, der durch Projektionen von animierten Kinderzeichnungen sowie von Videoclips, die die Kinder gedreht haben, hergestellt wird. Die Hauswartin verwickelt sich dabei in einen Dialog mit den Projektionen. Und man erfährt ganz viele Geschichten, die sich in diesem Wohnblock abspielen.
Die Geschichten wurden von den Kindern, von denen die meisten einen Migrationshintergrund haben, selbst erarbeitet: autobiografische Fragmente, die durch Improvisationen zustande kamen.
Das multimediale Theater «Piazza Mezzomondo Bern West» ist für Kinder ab fünf Jahren geeignet.
«Piazza Mezzomondo Bern West» in: Bern Kornhausforum, Fr, 16. August 2013, 17.30 Uhr mit Grusswort von Gemeinderätin Franziska Teuscher, Sa, 17. August, 2013, 17 Uhr und So, 18. August 2013, 
15 Uhr; in: Zürich Remise, Mo, 10. September 2013, 
14 Uhr, Di, 11. September 2013, 15 Uhr und 
Mi, 12. September 2013, 14 Uhr. www.kidswest.ch

Silvia Süess

Woher kommt das Licht?

Katholisches Theater? Eigentlich ist das ein Pleonasmus. Die katholische Kirche ist ja die Meisterin theatralischer Inszenierungen. Wenn sie sich aufs Theater wagt, muss es dann schon nochmals was Besonderes sein, etwa ein «Welttheater». Einsiedeln bemüht sich da ja immer wieder, die Kirche zumindest ins 20. Jahrhundert zu zerren. Nun greift auch Raron eine ältere Tradition auf und inszeniert, erstmals nach fünfzehn Jahren, wieder ein Passionsspiel mit lokalen LaienschauspielerInnen. «Tenebrae» heisst es, und das meint die Finsternis dieser Welt. Geschaffen vom Autor Hubert Theler, unter der Regie von Karim Habli, soll das Stück ganz aktuell werden. In einem Schweizer Dorf bröckeln plötzlich die gutbürgerlichen und nicht so gutbürgerlichen Fassaden, denn «das Flüchtlingsheim im Ort polarisiert die Dorfbewohner». Tönt bekannt? Soll es auch. Damit man weiss, wo die Passionen, die Finsternis und das Licht stecken.
«Tenebrae» in: Raron Felsenkirche, 
Do–Sa, 15.–17. August 2013, sowie 
Do–Sa, 22.–24. August 2013, jeweils 20 Uhr. 
www.tenebrae.ch

Stefan Howald

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