Politour :

Nr.  6 –

Gold

Wer aus dem Flugzeug auf den peruanischen Regenwald schaut, wird dort inmitten des grünen Meers wüstenartige Mondlandschaften erblicken. Sie sind das Werk illegaler GoldgräberInnen, die auf eigene Faust und ohne staatliche Erlaubnis am aktuellen Goldboom mitverdienen wollen. Zwanzig Prozent des peruanischen Goldexports stammen aus dem illegalen oder informellen Abbau. Über Umwege gelangt dieses Gold in die legalen Exportkanäle – und damit auch zu den grossen Goldraffinerien in der Schweiz.

Hildegard Willer lebt und arbeitet als freie Journalistin in Lima und hat in den letzten Jahren illegale Goldminen in ganz Peru besucht, mit Goldhändlern, Goldgräberinnen, Politikern und Expertinnen gesprochen. Im Romero-Haus wird sie von ihren Erfahrungen berichten.

Luzern RomeroHaus, Kreuzbuchstrasse 44, 
Mo, 10. Februar 2014, 19.30–21.30 Uhr.

Indigene Völker

Auf das indigene Volk der Mapuche, das heute vor allem im Süden von Chile und Argentinien lebt, wurden im Laufe der Eroberung durch Spanien und Chile Bilder projiziert, die hauptsächlich die eigenen Vorstellungen der Eroberer bedienten. Mal waren die Mapuche Helden, mal Trunkenbolde. Seit längerem sind sie nun dabei, selbst ihre Geschichte zu erforschen. Der Mapuche-Aktivist Vicente Painel aus Chile wird über die dabei gewonnenen Erkenntnisse referieren.

Winterthur Restaurant Widder, Metzggasse 9, 
Mo, 10. Februar 2014, 19 Uhr.

Datenschutz

Seit den Enthüllungen von Edward Snowden über das Ausmass der weltweiten Überwachungs- und Spionagepraktiken von US- und weiteren Diensten gibt es etliche Einblicke in das Datenschutzdebakel. Das Basler Internetcafé Planet 13 startet im Rahmen seiner «Uni von unten» mit einer Serie von Abenden und bietet Inputs und Diskussionsmöglichkeiten. Am ersten Anlass gibt es eine Einführung durch den Informatiker Sven Röhler zum Thema «Was ist das Internet, und was ist es eben nicht?».

Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 10. Februar 2014, 19 Uhr.

Ernährung

Woher stammen unsere Nahrungsmittel? Wie werden sie produziert? Unsere Kaufentscheide haben Auswirkungen auf unsere Gesundheit, beeinflussen aber auch die Umwelt und das Leben anderer Menschen. Die Wanderausstellung «Wir essen die Welt» von Helvetas über Genuss, Geschäft, Hunger, Überfluss und Globalisierung ist derzeit noch in Aarau zu sehen und wird danach in Bern gezeigt.

An der Vernissage in Bern wird Bundesrat Johann Schneider-Ammann eine Rede halten, und es gibt eine Gesprächsrunde mit Nadine Felix, Geschäftsführerin Stiftung Mercator Schweiz, und Melchior Lengsfeld, Geschäftsleiter Helvetas Swiss Intercooperation. Im Rahmenprogramm zur Berner Ausstellung wird «Hunger. Genug ist nicht genug» gezeigt, ein Dokumentarfilm von David Syz, ehemaliger Manager und Staatssekretär, der im Anschluss Fragen beantwortet.

Aarau Naturama Aargau, Feerstrasse 17, jeweils 10–17 Uhr. Bis 9. Februar 2014, mit öffentlicher Führung am letzten Ausstellungstag um 14 Uhr.

Bern Käfigturm, Marktgasse 67, ab 21. Februar. Vernissage: Do, 20. Februar 2014, 18.30 Uhr, mit Apéro riche (es wird um Anmeldung gebeten: 
www.amiando.com/WEDW1.html oder unter 
031 322 75 00). Film: Di, 4. März 2014, 19 Uhr, Anmeldung auf www.amiando.com/WEDW2.html (Achtung, schnell ausgebucht). Die Ausstellung wird später noch in weiteren Städten gezeigt.

Holocaust

Die Pädagogische Hochschule FHNW bringt eine Wanderausstellung über Carl Lutz nach Aarau, Windisch und Solothurn. Lutz war während des Zweiten Weltkriegs als Vizekonsul der Schweiz in Budapest stationiert. Hier gelang es ihm zusammen mit mutigen WiderstandskämpferInnen, insgesamt 62 000 ungarische JüdInnen vor der Deportation zu retten und ihnen die Durchreise nach Israel zu ermöglichen, indem er ihnen Schutzpässe ausstellte. Während Carl Lutz in Deutschland das Bundesverdienstkreuz erhielt und von der israelischen Holocaustgedenkstätte Yad Vashem geehrt wurde, blieb die offizielle Schweiz ihm gegenüber lange gleichgültig.

Solothurn Bibliothek der Pädagogischen Hochschule FHNW, bis 8. Februar 2014.

Aarau Reithalle, 10.–15. Februar 2014.

Brugg-Windisch Campus, 17.–21. Februar 2014.

Lesen und Schreiben

Schriftliche Kommunikation ist aus Alltag und Beruf nicht mehr wegzudenken. Viele Menschen in der Schweiz sind aber mit der täglichen Informationsflut überfordert. Wie kommt es, dass nicht alle Menschen in der Schule die Möglichkeit hatten, sich das nötige Handwerk anzueignen? Warum kann man Lesen und Schreiben wieder verlernen? Und vor allem: Was können betroffene Menschen tun? Wer kann sie unterstützen? Dies soll mit einer Wanderausstellung und Vorträgen thematisiert werden.

Basel Stadtbibliothek Gundeldingerfeld, Dornacherstrasse 192, Do, 6. Februar 2014, 19–20.30 Uhr, Ausstellung ab 12 Uhr.

Zürich Aula EB, Riesbachstrasse 11, Fr, 7. Januar 2014, 18–19.30 Uhr, anschliessend Ausstellung.

Aarau Bullingerhaus, Jurastrasse 13, 
Do, 13. Februar 2014, 18–19.30 Uhr, anschliessend Ausstellung.

Olla Común

Die Mittagessen Olla Común erinnern an eine aus der Not heraus geborene Tradition in lateinamerikanischen Ländern: BewohnerInnen der Elendsquartiere tragen zusammen, was sie an Lebensmitteln auftreiben können, kochen diese und essen dann miteinander. Beim Basler Olla Común kochen ehrenamtlich arbeitende Frauen und Männer ein für ihr Land typisches Essen zugunsten eines sozialen Projekts in ihrer Heimat. Beim nächsten Mal kochen auch Freiwillige der Helvetas-Regionalgruppe Basel mit, es gibt westafrikanische Spezialitäten. Die Kollekte ist zugunsten eines Helvetas-Projekts in Burkina Faso, das mit einer kurzen Präsentation vorgestellt wird.

Basel K5 Kurszentrum für Menschen aus 
fünf Kontinenten, Gundeldingerstrasse 161, 
Sa, 8. Februar 2014, 12.30–15 Uhr.

Rose Ausländer

Das Romero-Haus zeigt die von der Berliner Friedensbibliothek konzipierte Wanderausstellung «Dennoch Rosen» über die jüdische Lyrikerin Rose Ausländer, die 1901 in der habsburgischen Stadt Czernowitz geboren wurde, die Shoa und das Ghetto überlebte und die Welt bereiste.

Luzern RomeroHaus, Kreuzbuchstrasse 44. Ausstellung bis 16. Februar 2014 täglich 8.30–18.30 Uhr. Für Kurzentschlossene: Film «Der Traum lebt 
mein Leben zu Ende» über Rose Ausländer, 
Do, 6. Februar 2014, 19.30 Uhr.

Sans-Papiers

Allein im Kanton Zürich leben gegen 8000 Sans-Papiers-Hausarbeiterinnen. Sie werden in schätzungsweise jedem 17. Privathaushalt meist stundenweise beschäftigt. Ihre Erwerbstätigkeit ist aber geprägt durch äusserst prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen, das Fehlen eines sozialen Schutzes und die omnipräsente Angst vor einer polizeilichen Ausschaffung. Eine Ausstellung mit Bildern, Installationen und Videos gibt Einblick in dieses Leben im Schatten. An der Vernissage wird es eine Podiumsdiskussion geben mit der Sans-Papiers-Hausarbeiterin Lucia Santos, Elisabeth Joris, Präsidentin des Vereins «Hausarbeit aufwerten – Sans-Papiers regularisieren», und Bea Schwager, Leiterin der Sans-Papiers-Anlaufstelle Zürich (SPAZ). Anschliessend singt Clara Moreau und spielt Akkordeon, und es gibt einen Apéro. In der zweiten Monatshälfte wird dann gleichenorts der Film «Swiss Sans-Papiers» von Andreas Hoessli gezeigt. Er porträtiert verschiedene Sans-Papiers und zeigt die Härtefallpraxis der Schweiz.

Zürich Offene Kirche St. Jakob am Stauffacher, 
Fr, 7. Februar 2014, 19 Uhr. Film: Mi, 19. Februar 2014, 19 Uhr. www.sans-papiers.ch/zuerich