Nr. 10/2014 vom 06.03.2014

Atom

Zum dritten Jahrestag der Katastrophe von Fukushima demonstrieren AktivistInnen aus drei Ländern auf den Rheinbrücken für den Atomausstieg.

Brücken zwischen Elsass und Baden, So, 9. März 2014, 14 Uhr. Die südlichste Brücke liegt gut einen Kilometer nördlich der Schweizer Grenze bei Kleinhüningen. Fessenheim F, 15.30 Uhr, Abschlusskundgebung. www.fukushima3.eu

Was bedeutet es für junge Menschen, in einer verstrahlten Heimat aufzuwachsen? Das Filmfestival «Halbwertszeit» zum dritten Jahrestag der Katastrophe von Fukushima befasst sich mit diesen und anderen Fragen. Der Dokumentarfilmer Ian Thomas Ash erzählt in «A2-B-C» von einer Gemeinde am Rand der Sperrzone von Fukushima. In «Chernobyl 4 ever» begleitet Alain de Halleux eine junge ukrainische Rockband zum Sarkophag des Unglücksreaktors von Tschernobyl. Zwischen den Filmen diskutieren Martin Walter (Ärzte für soziale Verantwortung), WOZ-Redaktorin Susan Boos und André Herrmann (ehemaliger Präsident der Eidgenössischen Strahlenschutzkommission) über die Gefahren der Radioaktivität.

De Halleux ist dann am Montag im Kino Lichtspiel in Bern persönlich zu Gast: Dort wird nebst seinem jüngsten Film über das prekäre Leben in der Sperrzone, «Welcome to Fukushima», als Kontrastprogramm ein deutscher Promotionsfilm für Atomenergie aus dem Jahr 1974 gezeigt. Nach den Filmen diskutiert Alain de Halleux mit Florian Kasser von Greenpeace. Sowohl in Zürich als auch in Bern begleitet eine kleine Ausstellung mit Fotos und Gedichten von Shunsuke Arao, der bis zur Reaktorkatastrophe als Tierarzt in der Präfektur Fukushima tätig war, die Veranstaltung. Araos Gedichte reflektieren den Alltag nach dem GAU.

Zürich Rote Fabrik, Seestrasse 395, Freitag, 7. März 2014, 18 Uhr: «A2-B-C» (englisch). 19.45 Uhr: Diskussion. 21 Uhr: «Chernobyl 4 ever. Die junge Ukraine 
eine Generation nach dem Super-GAU».
 Bern Kino Lichtspiel, Mo, 10. März 2014, 20 Uhr.

Kirche

«Wir haben genug von disziplinierenden Bischöfen und hartherziger Theologie»: Ein breites Bündnis fordert an einer Demonstration eine «glaubwürdige und befreiende katholische Kirche» und die Absetzung des Churer Bischofs Vitus Huonder (vgl. «Zukunftsmarsch gegen Vergangenheit»).

St. Gallen Bahnhofplatz, So, 9. März 2014, 15 Uhr.

Kleider

Ob als Luxusprodukt oder als billige Freizeitkluft: Jeans sind in vielen Ländern das beliebteste Kleidungsstück. Der grösste Teil wird heute in China produziert. Wie sind die Arbeitsbedingungen wirklich, wie viel Chemie steckt in den Hosen, und wie leben die Menschen in der Umgebung der grossen Jeansfabriken? Dazu zeigt das Stattkino den Film «Der Preis der Blue-Jeans» von Christian Jentzsch und Michael Höft.

Luzern Stattkino, Bourbaki-Panorama, Löwenplatz 11, Do, 13. März 2014, 18.30 Uhr. Eintritt frei.

Migration

1973, Putsch in Chile: Tausende fliehen aus dem Land. Die offizielle Schweiz begegnet ihnen mit Misstrauen, doch engagierte SchweizerInnen gründen für sie die Freiplatzaktion. Der Film «Das Boot ist nicht voll» erzählt vom Engagement junger Leute, die später die Longo-Maï-Kooperativen gründeten. Im Rahmen der Ausstellung «40 Jahre Longo Maï».

Zürich Rote Fabrik, Shedhalle, Fr, 7. März 2014, 19 Uhr.

Die Zürcher Rote Fabrik zeigt die Ausstellung «Grosse Fluchten. Kleines Asyl». Künstlerische und dokumentarische Filme stehen dabei im Mittelpunkt. Am 9. März sind unter dem Titel «Selbstbildnis Schweiz –humanitärer Mythos und Realität» Gäste geladen: Almut Rembges vom Kunstraum Bblackboxx in Basel, wo sich Asylsuchende und andere Menschen treffen können; Sadou Bah von der Autonomen Schule Zürich; Anni Lanz von der Basler Asylbewegung. Anschliessend unterhält sich der Philosoph Andreas Cassee von der Universität Zürich mit einem Vertreter des Bundesamts für Migration.

Zürich Rote Fabrik, Fabriktheater, Ausstellung 
Di–Fr, 14–19 Uhr; Sa/So, 12–19 Uhr. So, 9. März 2014, 14.30 Uhr: Veranstaltung mit Almut Rembges. 15 Uhr: Sadou Bah. 15.30 Uhr: Anni Lanz. 16.10 Uhr: Andreas Cassee.

Nahrungsmittel

Die Pflanzenvielfalt ist akut bedroht, einerseits durch die Zucht genmanipulierter Sorten, andererseits durch den Klimawandel. Der Film «Seed Warriors» zeigt zwei Handlungsansätze: So wurde auf Spitzbergen 2008 ein globaler Saatguttresor fertiggestellt. Das Bauwerk soll 4,5 Millionen Samenproben sämtlicher Nahrungsmittelpflanzen sicher bewahren.

Ein anderer Ansatz ist die Pflanzenzüchtung: Die Schweizerin Marianne Bänziger, eine weltweit führende Maisexpertin, entwickelt in Kenia ohne Gentechnik Saatgut, das der Dürre trotzen kann. Mit den beiden Erzählsträngen schafft der Film einen Zusammenhang zwischen Biodiversität, Nahrungsmittelversorgung und Klimawandel. Anschliessend Diskussion zum Thema mit François Meienberg, Erklärung von Bern.

Winterthur Bistro Dimensione, Neustadtgasse 25, Do, 13. März 2014, 19 Uhr.

Woher stammen unsere Nahrungsmittel? Wie werden sie produziert? Die Wanderausstellung «Wir essen die Welt» von Helvetas über Genuss, Geschäft, Hunger, Überfluss und Globalisierung macht nächste Woche Station in Bern. Im Rahmenprogramm spricht Michael Beer zum Thema «Welche Ernährung empfiehlt der Staat?». Beer ist Lebensmittelingenieur im Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen und referiert zur Ernährungsstrategie der Schweiz.

Bern Käfigturm, Marktgasse 67, Michael Beer: 
Do, 13. März 2014, 12.15 Uhr. Die Ausstellung dauert bis 24. Mai 2014 und wird noch in weiteren Städten gezeigt.

Die Ausstellung «So essen sie» beschreibt ausgehend von sechzehn Bildtafeln verschiedene Wege hin zum Verständnis von Esskultur. Die Erkenntnis, dass es in Zukunft nur dann möglichst allen Menschen gut gehen kann, wenn wir nachhaltig handeln, ist ebenso ein Ziel dieser Ausstellung wie das Nachdenken über eigene Verhaltensweisen.

Luzern RomeroHaus, Kreuzbuchstrasse 44, 13.–28. März 2014, jeweils 8.30–18 Uhr.

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