Nr. 12/2014 vom 20.03.2014

Unsere dunklen Seiten

Von Karin Hoffsten

Unsere dunklen Seiten

Es stand im «20 Minuten»: Vor kurzem hat ein Lehrer an der Zürcher KV Business School mitten im Unterricht Pornobilder aus dem Internet angeschaut. Das wäre vermutlich nicht weiter aufgefallen, hätte er vorher den Beamer ausgeschaltet. Die Fotos sollen übrigens amputierte Frauen beim Sex gezeigt haben, ein Nischenprodukt, das ich Naivchen noch gar nicht kannte. Besonders darüber aufregen kann ich mich aber nicht. Dafür hab ich anderes.

Zum Beispiel die Facebook-Seite mit der Selbsteinschätzung: «12Eidgenoss91 ist eine reine patriotische Seite und distanziert somit von jeglichen Extremismus und Rassismus.» Man sollte die Seite mit dem Hinweis versehen: Diese Lektüre kann Ihre Gesundheit gefährden! Mir war nämlich hinterher schlecht.

Aber dort verbreitet sich ja bloss der Bodensatz jener trüben Suppe, die mit ständig steigendem Pegel durch die Schweiz und ganz Europa schwappt. Um es mal in ein juristisch unverfängliches Bild zu fassen, denn eigentlich ist mir nach Gröberem zumute.

Dank «Tages-Anzeiger» kann ich mir mit einem Zitat behelfen. Dort gestattete sich Peter von Matt an der Leipziger Buchmesse zum leidigen Thema nur «die Bemerkung, in jeder Gesellschaft gebe es ‹dreissig Prozent Idioten›, natürlich auch in der Schweiz». – Man kann es nicht schöner sagen. Danke, Herr von Matt!

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