Nr. 15/2014 vom 10.04.2014

Agrikultur statt Agrobusiness

Trotz Überproduktion hungert eine Milliarde Menschen – das System produziert zu viel vom «Falschen» und an den Bedürftigen vorbei. Welche Antworten kann eine Agrikultur, die ihren Namen verdient, auf diese Herausforderung geben? Zum Erscheinen der neuen Ausgabe des «Widerspruchs» (Auszug daraus in WOZ Nr. 14/2014), Nr. 64, diskutieren drei AutorInnen: Bettina Dyttrich (WOZ), Tina Goethe (Brot für alle; Mitglied der eidgenössischen FAO-Kommission), Jules Rampini (Bergbauer im Kanton Luzern), moderiert von Urs Sekinger («Widerspruch»-Redaktion).

«Lebewesen sind ineffizient», so bringt es Bettina Dyttrich auf den Punkt: Es ist ein Trugschluss, zu glauben, man könne Böden, Pflanzen und Tiere immer weiter «optimieren», um die Produktivität zu steigern. Ein rein mengenmässig ausgerichtetes Agrobusiness führt zu Lohndumping und subventionierten Agrarexporten, die lokale Ökonomien in ärmeren Ländern untergraben; zu «Gammelfleisch»-Skandalen, Ressourcenverschleiss, Raubbau an Tier und Natur. Dennoch halten die grossen Konzerne an ihrer Strategie fest: Ernährungssicherheit durch Produktivitätssteigerung, wie es beispielsweise Syngenta im kürzlich lancierten «Good Growth»-Plan als Ziel vorgibt. Tina Goethe untersucht, wie die Konzernstrategie ausschaut, die aus afrikanischen Kleinbauernfamilien Syngenta-Kunden macht.

Die «Grüne Revolution» ist am Ende. Und: Was heisst das für die Landwirtschaft und die Raumpolitik in der Schweiz? Jules Rampini gibt wichtige Impulse für eine Neubewertung von Boden und Landarbeit.

Zürich Buchhandlung im Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, Mo, 14. April 2014, 19.30 Uhr. Eintritt frei. Im Anschluss Apéro. 

Datenschutz & Co.

Wer kontrolliert wen, und wer kontrolliert die Überwacher? Sind Sie sich sicher, dass Sie nichts zu verstecken haben? Vortrag und Präsentation der Uni von unten mit dem Informatiker Sven Röhler und dem Projektleiter und EDV-Spezialisten Christoph Ditzler. Danach Diskussion und Erfahrungsaustausch.

Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, Montag, 14. April 2014, 19 Uhr.

Film in Bewegung

Welche Mittel setzen Menschen für politischen Protest ein? Und welche Hoffnungen hegen sie? Der Film «Die Protestmacher» (Deutschland, 2012, 80 Minuten) porträtiert vier Vollzeitengagierte gegen Atomkraft, für eine gentechfreie Landwirtschaft und für einen gerechteren Finanzsektor. Sie organisieren öffentliche Aktionen, leisten planerische Vernetzungsarbeit an der Basis, die die spektakulären, medienwirksamen Aktionen erst möglich macht.

Präsentiert wird so eine filmische Forschung über politisches Engagement. Nach der Vorführung wird mit dem Filmautor und Soziologen Dieter Rucht diskutiert, der sich auf soziale Bewegungen und politischen Protest spezialisiert hat. Moderation: Heinz Nigg, Ethnologe und Kulturschaffender. Die Veranstaltung findet im Rahmen von Film in Bewegung statt.

Zürich Rote Fabrik, Clubraum, Mi, 16. April 2014, 
20 Uhr. Eintritt: 15/10 Franken.

Food Waste

Die katholische Hochschulgemeinde lädt zu einer Veranstaltung gegen Food Waste. Eine neue Bewegung zeigt Alternativen zum Wegwerfen von Nahrungsmitteln. Mit Raimund Möhl, Äss-Bar, Zürich.

Zürich aki, Hirschengraben 86, Fr, 11. April 2014, 
18.30 Uhr.

Frauen 1914–1918

Zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkriegs lädt der Verein Frauenstadtrundgang Zürich zum Rundgang «Die Mobilisierung der Frauen 1914–1918: Von Krieg, Brot und Klassenkampf». Berichtet wird über Frauen, die Lebensmittel an die Armen verteilten, Heimarbeitsaufträge für erwerbslose Frauen beschafften und mit Suppenküchen, Soldatenstuben und Wäschereien halfen. Als Künstlerinnen kämpften sie für den Frieden und gingen auch auf politischem Weg gegen Teuerung, Verelendung, Arbeitslosigkeit und Massenarmut vor.

Zürich Treffpunkt: vor dem Opernhaus, 
Sa, 12. April 2014, 16.15 Uhr. 
Anschliessend Apéro.

Gripen

Vor der Abstimmung zum geplanten Gripen-Kauf diskutieren der freisinnige Nationalrat Christian Wasserfallen und der grün-alternative Altnationalrat Jo Lang sowie die Jungpolitiker Marc Hutmacher (JF), Mathias Joss (J-EVP) und Adrian Spahr (J-SVP).

Bern Breitsch-Träff, Breitenrainplatz 27, 
Di, 15. April 2014, 19.30 Uhr.

Grundrechte

«Grundrechte, polizeilich weggewiesen» heisst eine Veranstaltung, für die auf Flyern mit einem faksimilierten Wegweisungsbescheid geworben wird. Paragraf 33 PolG gibt der Polizei die Kompetenz, Menschen für eine gewisse Zeit aus dem öffentlichen Raum wegzuweisen. 2012 sprach die Stadtpolizei Zürich über 5000 solche Wegweisungen aus.

Das Podium wird sich unter anderem mit folgenden Fragen beschäftigen: Was ist der Wegweisungsartikel? Zu welchen Zwecken wurde er installiert? Was sind seine Folgen für den öffentlichen Raum und das öffentliche Leben? Wer respektive welche Bevölkerungsgruppen ist/sind betroffen? Es diskutieren: Daniel Moeckli (Grundrechtsprofessor und Wegweisungsexperte UZH), Heiner Busch (Politikwissenschaftler, WOZ-Mitarbeiter), Noëmi Landolt (Menschenrechtsgruppe Augenauf, WOZ-Redaktorin), Jürg Zingg (Major, Stabschef Stadtpolizei Zürich), Moderation: Catherine Boss («SonntagsZeitung»).

Zürich Hauptgebäude der Universität, 
Hörsaal KO2-F-180, Mi, 16. April 2014, 19 Uhr.

Rassismus

«Es faszinierte mich zu sehen, wie schwierig es ist, ein Urteil zu ändern, sobald wir es gefällt haben. So dachte ich über Masken nach, wie ich mein Gesicht verändern könnte, um anders wahrgenommen zu werden …», sagt N. Cele alias Bianca White. Die Anlaufstelle gegen Rassismus CaBi zeigt Kurzfilme und Interviews aus der Videoinstallation 2014 von Bern gegen Rassismus (CFD und Arbeitsgruppe Migration vom Grünen Bündnis). Die Filmbeispiele regen zum Diskutieren an: Wie sollen wir als Arbeitgeberin, Arbeitskollege, als Betroffener oder als Zeugin reagieren, wenn wir mit Diskriminierung am Arbeitsplatz, im ÖV, im Alltag konfrontiert werden?

St. Gallen CaBi – Anlaufstelle gegen Rassismus, Linsebühlstrasse 47, Fr, 11. April 2014, ab 19 Uhr: internationale Volksküche, 
20.30 Uhr: Filme zum Thema Rassismus.

«Transition»-Bewegung

Wie können wir lokale Wirtschaftskreisläufe schaffen, die widerstandsfähiger sind gegen Energieknappheit und andere Krisen, als es die heutige Wirtschaft ist? Wie können wir, von der Gemeindeebene ausgehend, das gemeinschaftliche Engagement fördern? «Transition» (Übergang) meint den Wandel hin zu einer postfossilen Gesellschaft.

Geprägt wurde der Begriff vom britischen Umweltaktivisten Rob Hopkins. Die Transition-Bewegung umfasst heute über tausend Projekte in Europa, Nord- und Südamerika, Asien, Australien und Neuseeland. Das Café Décroissance und Eine Transition Initiative Bern laden ein zur Filmvorführung «Transition 2.0». Danach Präsentation der «Transition Town» Bern und Diskussion. Eigene Ideen, um in Bern gemeinsam etwas zu bewegen, sind willkommen! Der Eintritt ist frei (Kollekte), anschliessend gibt es Kuchen und Tee.

Bern Polit-Forum Käfigturm, Marktgasse 67, 
Do, 10. April 2014, 19 Uhr.

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