Nr. 28/2014 vom 10.07.2014

Victoryknock down

Die Gefahr der Sippenhaft bei Messerstechern.

Von Ruedi Widmer

Der Gemeinderat Mario B. (italienischer Migrant) aus Zürich, der mit einem Sackmesser Restaurantbesucher und den Wirt des Restaurants Bederhof in Zürich bedrohte, gehört höchstwahrscheinlich der SVP an. Diese in der Schweiz nicht verbotene Gruppe verbreitet auf dem Internet professionell gedrehte Trainingsfilme mit Sackmessern. In einem auf Youtube hochgeladenen Film fuchtelt ein hochrangiges Mitglied der Gruppe martialisch mit einem Sackmesser vor der Kulisse des Rheinfalls herum. Der weisshaarige Mann ist nach Angaben der Geheimdienste die Nummer zwei hinter der Nummer eins und gilt als der geistige Vater der Gruppe. Die Kontrollen an den Flughäfen werden verschärft. Die Angst vor Nachahmungstätern ist gross.

Die Gruppe spricht dauernd vom Islam und warnt zugleich vor ihm. Mit dieser zweigleisigen Strategie versucht sie, die Bevölkerung zu verwirren. Aus Angst vor dem Islam werden die Menschen in die Fänge der Gruppe getrieben. Kaum ist die Tür zu, werden Redeverbote auferlegt, die Frauen ins Heim gesperrt, Homosexuelle verteufelt, Hirnlappen herausoperiert und die sogenannten «Seven Thinking Steps» durchexerziert, eine Art Koran. Weiss jemand einen der Denkschritte nicht, wird er zum «Dreamer» und muss zusammen mit 75 Gutmenschen in der Hölle schmoren.

So wird den Ahnungslosen ein nicht als solcher deklarierter und deshalb schwer kontrollierbarer Rütli-Islamismus indoktriniert. Die Gruppe wurde international bekannt, als sie Hunderte von psychotischen Minaretten in der Schweiz aufstellte, um Mitglieder anzuwerben. Dabei gibt es physisch nur vier. 

Doch die neue Doktrin des gezielten Messerstichs ist selbst in der Führung der Gruppe umstritten.

Wenn selbst in der SVP schon Messerstecher sitzen, dann müsse die Zahl der Messerstecher ausserhalb der SVP gigantisch gross sein, versucht Professor Mörgeli die Kritik an seiner Gruppe abzuwehren. Mörgeli, der aus seiner Zeit am medizinhysterischen Museum der Universität Zürich viele durch Messer behandelte Leichen persönlich kennt, weiss, wie Messer verletzen können: «Die Leichen sagten alle, man verändere sich nach so einem Erlebnis.»

Gemässigte SVP-Mitglieder betonen, die Messerattacke hätte nichts mit der SVP zu tun. Der Mann sei psychisch unkontrolliert gewesen. Die Medien dürften nun nicht verallgemeinern und alle SVPler in denselben Topf werfen. Die SVP selber würde auch nie wegen der Tat eines einzelnen Kosovaren gleich auf alle Kosovaren als Volksgruppe schliessen. Nie und nimmer.

Sie würde zum Beispiel nicht gleich alle Kosovaren als Goalgetter bezeichnen, nur weil einer von ihnen, Xherdan Shaqiri, an der Fussball-WM in Brasilien drei Tore geschossen hat. Man sei durchaus differenziert, auch wenn es manchmal hemdsärmelige Aussagen gebe. Nein, es gebe alle möglichen Menschen unter den Kosovaren. Man könne nicht von einem auf alle schliessen. Viele Kosovaren hätten zum Beispiel überhaupt nichts mit Fussball zu tun, sondern gingen beispielsweise der Hehlerei, dem Drogenhandel oder der Messerstecherei nach. 

Und selbst Messerstecherei, vor allem wenn sie von Schweizern begangen werde, sei letztlich weniger schlimm als Fussball. Fussball töte Strassenkinder in Brasilien. Ein Messer könne man auch zum Brotschneiden benutzen.

Zudem sei der Gemeinderat betrunken gewesen. Jeder sei mal betrunken und führe sich schlecht auf. Auch SP-Leute seien schon betrunken gewesen.

Und überhaupt, Simonetta Sommaruga sei nicht mal betrunken, wenn sie ihre Taten begehe und das Volk hereinlege. Ihre Waffe sei das Klavier. Das sei viel schlimmer als ein Messer.

Ruedi Widmer gehört der Volksgruppe der Cartoonisten an. Er lebt in Winterthur.

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