Nr. 44/2014 vom 30.10.2014

Das Ikea-Prinzip

Von Karin HoffstenMail an Autor:in

Die «Arena» im Schweizer Fernsehen hat den Ruf, man könne dort seine Politkarriere starten beziehungsweise die alte in Stein meisseln. Bislang standen einander meist ältere Herren gegenüber, unermüdlich wiederholend, was sie schon am Anfang gesagt hatten; in der zweiten Reihe drängten sich aufgeregte NewcomerInnen, um ein Statement loszuwerden, das oft schon nicht mehr passte, wenn sie denn überhaupt zu Wort kamen. Lust am gegnerischen Argument und zur geschliffenen Replik kam nicht auf. Ich sah kaum noch zu.

Im Sommer hat Jonas Projer die Moderation übernommen. Bis jetzt gefiel mir, wie ers macht, und dafür, was die Gäste anstellen, kann ja der Moderator nichts. Letzten Freitag gings um die Frage, ob auch die Schweiz trotz ihrer Neutralität zum Ziel von IS-Terroranschlägen werden könne.

Am Beispiel des – aus ihrer Sicht verschärften – Waffenausfuhrverbots erläuterte Ida Glanzmann-Hunkeler, CVP-Vizepräsidentin und Nationalrätin des Kantons Luzern, das Wesen unsrer konsequent christlichen Neutralitätspolitik: «Me darf kei Gwehr lifere, me darf kei Granate lifere. Me darf kei Waffe lifere, wo direkt tüend töde!» Und fasste zusammen: «Mir tüend kei Waffe lifere – nur Teili!»

Mit Montageanleitung und passendem Werkzeug (Inbusschlüssel!) kriegt sicher auch der IS so Teili zum Laufen.

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