Nr. 37/2015 vom 10.09.2015

Kick für Toleranz

Kurz vor 9 Uhr fehlte die Hälfte der Mannschaften. Ein Team sass noch im Zug, ein anderes hatte verschlafen, und ein drittes hatte nicht genügend kurze Hosen dabei. Da sagte sich das Organisationsteam: «Lassen wir dem Chaos seinen Lauf.»

Das antirassistische Fussballturnier «Kick für Toleranz», das die WOZ am letzten Samstag gemeinsam mit dem FC Winterthur, der Autonomen Schule Zürich und dem Zürcher Solinetz im Winterthurer Fussballstadion Schützenwiese organisierte, blieb bis zuletzt chaotisch – auf die bestmögliche Art: Traumtore, Sololäufe, Fehlpässe, Blutgrätschen, Fehlentscheidungen, Penaltyschiessen. All das boten die 48 teilnehmenden Teams, von denen rund die Hälfte aus diversen Asylunterkünften der Deutschschweiz und der Romandie stammte und die andere Hälfte aus Schweizer Fankurven. Neben dem Platz gabs Langos, Falafel, eritreischen Kaffee, Bratwurst und Pivo, dazu eine Torwand, eine Theateraufführung, eine Siebdruckmaschine, eine Schweigeminute und eine Kleidersammlung für Flüchtlinge. WOZ-Kolumnist Etrit Hasler kommentierte das Finalspiel über die Lautsprecheranlage.

Am Ende des Tages stand der FC Ararat als verdienter Sieger fest. Das Team, das mehrheitlich aus syrischen Kurden besteht, war gut organisiert und effektiv in der Chancenverwertung. Das zeigte sich auch im hochklassigen Finalspiel gegen die Mannschaft aus dem Durchgangszentrum Ober Halden, die mit unermüdlichem Offensivfussball die Herzen des Publikums eroberte.

Unter www.woz.ch/kick-fuer-toleranz finden Sie Bilder des Turniers, geschossen vom Fotografen Milad Ahmadvand. Dort können Sie auch einen Turnsack bestellen oder eine Spende tätigen, damit wir auch alle Reise- und Verpflegungskosten der Flüchtlingsteams decken können.

Burgers Plünderungen

Auf der letzten Seite der WOZ gab es in den letzten fünf Wochen fotografische Einblicke in den Alltag in afrikanischen Ländern. Ab dieser Ausgabe und ebenfalls für fünf Wochen plündert nun der Fotograf und Künstler Stefan Burger sein Fotoarchiv. Was lässt sich etwa zu Teppichen in einem Konsulat sagen? Einmal die Zeitung wenden, und schon finden Sie sowohl das Foto wie auch einen Kürzestessay des Künstlers zu demselben.

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