Nr. 41/2015 vom 08.10.2015

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Von Karin HoffstenMail an AutorIn

Es waren hier nicht wiederzugebende Worte, die mir in den Sinn kamen, als ich hörte, wie der feistwangige SVP-Präsident im Gestus des Berufsethikers für die «Tagesschau» begründete, warum er jegliche Zahlungen an ehemalige Verdingkinder ablehne: «Es ist Unrecht passiert, das kann man nicht wiedergutmachen. Ich glaube auch nicht, dass man das mit Geld wiedergutmachen kann. Es führt zu Ungerechtigkeiten. Wer soll bekommen? Wer hat effektiv Unrecht erfahren? Und wer möchte einfach eher Geld?»

Ja, der Brunnertoni ist ein ganz gefitzter! Nun tummeln sich in seinem irren Panoptikum also auch das Wirtschaftsverdingkind, die Scheinverdingte und der Verdingschmarotzer – und der Verdingabzocker macht sich schon parat.

Als ob Unrecht gegen schnöden Mammon aufgewogen werden könnte! Vorbei ist vorbei! Und was sollen zittrige Grosis und taperige Ättis schon mit Geld? Das verwirrt sie bloss, schliesslich haben sie ihr Leben lang keines gehabt. Ausserdem hat das letzte Hemd keine Taschen, und die Kohle kann man wirklich besser einsetzen: für Direktzahlungen an Schweizer BäuerInnen zum Beispiel, da kennt der Brunnertoni nämlich kein Pardon.

Zur Ehrenrettung des Schweizer Bauernstands sei noch erwähnt, dass dessen Verband wenigstens den bundesrätlichen Gegenvorschlag zur Wiedergutmachungsinitiative befürwortet. Immerhin.

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