Nr. 44/2015 vom 29.10.2015

Ein Bekenntnis

Von Karin Hoffsten

Ich trags schon lange mit mir rum, jetzt muss es raus: Ich mag Selbstbedienungskassen im Supermarkt! Doch, ja … Self-Scanning gefällt mir. Sehr sogar.

Ich weiss, dass sich viele darüber ärgern, und ich kenne ihre Argumente: Self-Scanning vernichtet die Arbeitsplätze der KassierInnen. Die KundInnen sollen deren Arbeit jetzt gratis erledigen. Alles wird immer anonymer, und schneller als an bedienten Kassen gehts beim Self-Scanning auch nicht. Drum stehen KritikerInnen konsequent bei KassierInnen an.

Ich nicht. Zum einen halte ich Arbeitsplätze an Supermarktkassen für monoton und stressbelastet und somit nicht für erhaltenswert. Zum andern – vermutlich weil die Arbeit so stressig ist – habe ich neben einigen erfolgreichen auch eine Menge erfolgloser Versuche hinter mir, dem Kassenpersonal freundliche Worte oder ein Lächeln zu entlocken (wo es jahrelang am schlimmsten war, gibts jetzt zum Glück auch Self-Scanning). Zudem bin ich sicher, dass die Automatisierung nicht aufzuhalten ist, indem man monotone Arbeitsplätze, die dennoch höchste Konzentration erfordern, künstlich erhält. Die globalisierte Gesellschaft wird sich irgendwas einfallen lassen müssen, um den Unterhalt ihrer Mitglieder zu sichern.

Wie schön, dass die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens schon vor der Tür wartet!

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