Nr. 07/2016 vom 18.02.2016

Von Jürg Fischer und Karin Hoffsten

Deliktische

«Die ‹NZZ› hat Fälle zusammengestellt von Politikern aller Parteien, die aufgrund ihrer Verfehlungen gemäss den Bestimmungen der Durchsetzungsinitiative ausgeschafft werden müssten, hätten sie keinen Schweizer Pass. Die ‹WoZ› hat eine zeitlich weiter zurückreichende Liste von SPV-Mitgliedern, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, erstellt», rekapitulierte «Watson». Leider ist nicht klar, um welche SPV es ging, dabei kann es sich nämlich um die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, den Schweizerischen Plattenverband, den Schweizerischen Podologen-Verband, den Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten Verband, den Schweizerischen Polizeihundeführer-Verband, die Schweizer Personalvorsorge oder den Schweizerischen Protestantischen Volksbund handeln, um nur einige zu nennen. Gemeint war aber natürlich die Schweizerische PolksVartei, die aus der früheren BGB (Betrüger, Ganoven, Bigamisten) hervorgegangen ist.
Jürg Fischer

Randalierende

Obwohl einige Musikerinnen der Frauenrockband «crème brûlée» schon im Pensionsalter sind, reisen sie mit «öffentlichen Verkehrsmitteln an ihre Auftritte und schleppen ihre Instrumente selber», stand im «Migros-Magazin»: «Im Vergleich dazu sind die Rolling Stones Weicheier; die haben bekanntlich einen Tourbus und zahlreiche Rowdies.» Letztere müssen jetzt bei Stones-Konzerten das Gestühl selber zerlegen, weil auch das Publikum in die Jahre gekommen ist.
Karin Hoffsten

Versammelte

Laut «Tages-Anzeiger» lud die Finanzierungsplattform Wemakeit zum «Crowdfounding-Festival». Es konnten massenhaft Gruppen gegründet werden; ob auch Geld zusammenkam, bezweifeln wir aber.
Karin Hoffsten

Dyskalkulierte

In derselben Tageszeitung hiess es, der verstorbene Musikkritiker Mario Gerteis habe «zwanzig Jahre, von 1978 bis 1989», den hauseigenen Kulturteil geprägt. Behalte neun? Ja, hm, sorry … wir haben doch bloss nachgezählt.
Karin Hoffsten

Vergleichende

Die «Schweizer Illustrierte» lobte kürzlich «Adriana Limas seidenschwarzes Abendkleid», und der «Tages-Anzeiger» nannte Helene Fischer «die stahlblonde Schlagersängerin». Nun, die Zeiten ändern sich: Schneewittchen 4.0 ist blond wie Stahl und schwarz wie Seide.
Karin Hoffsten

Verwechselte

Ausgerechnet unter dem Titel «Gössi ohne Frauenbonus» versahen «Bund» wie «Tages-Anzeiger» das Foto der einzigen Kandidatin für die FDP-Präsidentschaftsnachfolge, Petra Gössi, mit dem männlichen Vornamen Peter. Zwar erschien tags darauf in beiden Zeitungen eine Entschuldigung, doch die Beschriftung von Gössis Foto in der E-Paper-Ausgabe des «Tages-Anzeigers» deutet darauf hin, dass man der Kandidatur unbedingt eine Alternative entgegensetzen will: Dort heisst sie jetzt Claudine Esseiva.
Karin Hoffsten

Rücksichtsvolle

«Ein Selfie mit einem Selfie-Stick zu schiessen kann jeder», wusste der «Blick am Abend». Was bei dieser Zeitung anscheinend nicht jeder kann, benennen wir hier lieber nicht näher.
Karin Hoffsten

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