Nr. 09/2016 vom 03.03.2016

AKW-Katastrophen

Fünf Jahre Fukushima, dreissig Jahre Tschernobyl: Das Halbwertszeit-Filmfestival findet in diesem Jahr in erweitertem Rahmen statt.

Auszüge aus dem Programm: Aus Japan berichtet die Journalistin und langjährige Anti-Atomenergie-Aktivistin Yayoi Hitomi von der aktuellen Situation in Fukushima. Der dänische Evolutionsbiologe Anders Möller, der in Tschernobyl seit über zwanzig Jahren Strahlenschäden bei Tieren und Pflanzen untersucht, hält einen Vortrag. Und es wird «Tell the Prime Minister» gezeigt, ein Dokumentarfilm über die in völlig neuer Dimension aufflammende japanische Antiatombewegung mit Schilderungen des damaligen Premiers Naoto Kan, der heute ein entschiedener Gegner der japanischen Atompolitik ist. Im Filmprogramm findet sich unter anderem auch «Behind the Urals. The Nightmare before Chernobyl», über die Verseuchungen durch den sowjetischen Reaktor Majak.

Programm in Basel, Bern, Brugg, Zürich: www.halbwertszeit-festival.ch.

Ernährung

Im Rahmenprogramm der Ausstellung «Wir essen die Welt» findet der Rundgang «Wie Pasta und Kaffee nach Luzern kamen» statt. Es werden Geschichten von ausserhalb der touristischen Altstadt erzählt, mit anschliessendem Imbiss aus der BaBeL-Küche.

Luzern Natur-Museum, Kasernenplatz 6. Führung: Do, 17. März 2016, 18–21 Uhr (kostenlos, Imbiss ca. 20 Franken). Infos und Anmeldung (bis 11. März 2016): 041 228 54 11. Ausstellung geöffnet Di–So, 10–17 Uhr, bis 10. April 2016. www.wir-essen-die-welt.ch

Gewalt gegen Frauen

Die Politische Frauengruppe St. Gallen lädt zum Frauentag ein. Nach der Frauenbar am Bärinnenplatz (8. März 2016, 17–18 Uhr) kann frau zusammen die Ausstellung «Willkommen zu Hause» zu häuslicher Gewalt besuchen (ab 18.30 Uhr). Danach spricht Silvia Vetsch, Leiterin des Frauenhauses St. Gallen, über die aktuelle Situation in der Ostschweiz bezüglich Gewalt gegen Frauen.

St. Gallen Ausstellung: Kaufmännisches Berufs- und Weiterbildungszentrum, Kreuzbleicheweg 4; Silvia Vetsch: Restaurant Militärkantine, 19.45 Uhr; Frauenfest mit Livemusik, Suppen und Dessert: ab 20.30 Uhr.

IV

Während 2003 noch 27 700 Personen eine Rente der Invalidenversicherung zugesprochen erhielten, waren es zehn Jahre später nur noch 13 621. Die Zahl der Menschen mit gravierenden gesundheitlichen Problemen ist sicherlich nicht zurückgegangen. Die IV hat begonnen, ihre Renten viel restriktiver zu vergeben als früher. Im selben Zeitraum wurden gleich drei Gesetzesrevisionen bei der IV aufgegleist und (teilweise) umgesetzt. Was steht dabei auf dem Spiel? Darüber spricht der Soziologe Peter Streckeisen.

Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 7. März 2016, 19 Uhr.

Kurdinnen

Zum Internationalen Frauentag und aufgrund erneut eskalierender Gewalt in der Türkei laden KurdInnen aus der Region Baden zu einem kurdischen Buffet mit anschliessender Filmvorführung ein. Der Film «Hevi» (Hoffnung) von Yüksel Yavuz porträtiert vier kurdische Frauen, die gegen die Unterdrückung ihres Volks Widerstand leisten. Eine von ihnen, die politische Aktivistin Sakine Cansiz, wurde 2013 während der Dreharbeiten ermordet.

Baden Kulturbetrieb Royal, Bahnhofstrasse 39, So, 6. März 2016, Buffet ab 17.30 Uhr, Film 19 Uhr. Eintritt frei, Kollekte.

Der in der Schweiz lebende politische Flüchtling Levent Cakir (Aktivist der türkischen Linken sowie der HDP in Europa) und Alessandro Nobili (italienischer Aktivist der kurdischen Bewegung) sprechen über die neue Herausforderung des kurdischen Volks: den demokratischen Konföderalismus.

Maloja Bildungszentrum Salecina, Fr, 4. März 2016, 21 Uhr. Eintritt frei, Kollekte.

Migration

Unter dem Motto «Über den Tellerrand» lädt das Winterthurer Gaswerk zum multikulturellen Fest ein. Es gibt unter anderem einen Flohmarkt zur Finanzierung von Projekten von und mit Asylsuchenden und ein Buffet mit Gerichten aus aller Welt. Anschliessend wird «My Sweet Pepper Land» gezeigt, ein kurdischer Western im politischen und moralischen Niemandsland im Grenzgebiet von Iran, Irak und der Türkei.

Winterthur Kulturzentrum Gaswerk, Untere Schöntalstrasse 19, ab 13 Uhr. Film ab 19.30 Uhr.

Wie können Frauen und Männer ohne Schweizer Pass die Gesellschaft mitgestalten? Diesen Fragen gingen zugewanderte Frauen auf den Grund, wobei der Film «Wir Mitbürgerinnen» entstand.

Basel Union, Klybeckstrasse 95, Di, 8. März 2016, 19 Uhr.

Nazis

In der Zwischenkriegszeit waren Rechtsextreme für die Schweizer Ferienindustrie Gold wert. Niemand hat damals so wirkungsvoll für den Alpinismus geworben wie Bergfilmer, so Arnold Franck und Luis Trenker (mit der legendären Leni Riefenstahl) oder der Bergschriftsteller Walther Flaig. Dummerweise waren Flaig, Franck und Trenker auch NSDAP-Mitglieder. Flaig war 1924 bis Ende 1939 ausserdem SAC-Mitglied. Der Publizist Jürg Frischknecht, der seit vielen Jahren in der rechtsextremen Szene recherchiert, hält nun den Vortrag «Walther Flaig: Ein Nazi im St. Galler Alpenclub». Anschliessend gibt es ein Gespräch mit dem WOZ-Redaktor und Historiker Stefan Keller.

St. Gallen Buchhandlung Comedia, Katharinengasse 20, Mi, 9. März 2016, 19.30 Uhr.

Olla común

Olla común erinnert an eine aus der Not heraus geborene Tradition in lateinamerikanischen Ländern: Um wenigstens eine warme Mahlzeit pro Tag geniessen zu können, tragen BewohnerInnen aus den Elendsquartieren das wenige zusammen, was sie an Lebensmitteln auftreiben können, kochen und essen es dann miteinander. Die Basler Olla común bietet nebst kulinarischem Genuss die Möglichkeit, mit bekannten und unbekannten Menschen ins Gespräch zu kommen und soziale Projekte in der Heimat der MigrantInnen zu unterstützen. Beim nächsten Essen werden Spenden für ein Projekt in der Ukraine gesammelt.

Basel Soup & Chill, Solothurnerstrasse 8, Sa, 5. März 2016, 12 bis ca. 15 Uhr.

Rentenalter

Auch Frauen sollen künftig erst mit 65 Jahren in Rente gehen. So hat es der Ständerat bei der Reform der Altersvorsorge mit 36 gegen 8 Stimmen beschlossen. Da die Lohndiskriminierung der Frauen nach wie vor hoch ist, gibt es eine nationale Demo gegen diesen Beschluss.

Bern Schützenmatte, Mo, 7. März 2016, 13.30 Uhr.

Rohstoffe

Bischof Fridolin Ambongo ist Vorsitzender der Kommission für Ressourcen der kongolesischen Bischofskonferenz. Er berät Behörden und Organisationen der Zivilgesellschaft bei ihrem Einsatz für einen gerechteren, umweltverträglichen Abbau von Rohstoffen. Er erzählt von seinen Erfahrungen mit den Konsequenzen des Abbaus und beantwortet Fragen aus dem Publikum.

Affoltern am Albis Kasino, Obere Bahnhofstrasse 8, Di, 8. März 2016, 20 Uhr. Barbetrieb und afrikanisches Essen ab 18 Uhr.

Vogelfreie

Die Vogelfreien, der vierzigköpfige Frauenchor aus Zürich, singen ihr Programm «stand up and sing», eine Auswahl revolutionärer, von Frauen komponierter Lieder aus der Zeit der 1960er Jahre bis heute. Lieder gegen Krieg, Gewalt, Diskriminierung, Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit, für Hoffnung und Freiheit.

Schaffhausen Haberhauskeller, Neustadt 51, Di, 8. März 2016, Türöffnung 18.30 Uhr, Konzert 20 Uhr. Suppenbuffet und Bar.

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